Montag, 6. Oktober 2008

Passfotos

Zu guter Letzt: ein würdiger Abschluss waren die letzten vier Wochen, die ich auf meinem Rennrad, Eddy, in den Alpen und Pyrenäen verbringen konnte. Die Tour lässt sich in drei Teile einteilen.

Part 1 führte mich von Genf nach Nizza in Begleitung von Manuel, der zu dem Zeitpunkt im Vergleich zu mir gigantisch fit war und an jedem Pass "Stunden" warten musste. Sorry, Manuel. Dabei haben wir große Pässe bezwungen, 16 Stück an der Zahl, darunter ganz große wie das Cormet de Roselend, den l'Iseran, Telegraphe, Galibier, d'Izoard, Vars, de la Bonette.

Part 2 der Pässetour fand in den Pyrenäen statt. Von Ost nach West von Perpignan nach St. Jean Pied de Port und von dort auf der spanischen Seite zurück nach Perpignan. Insgesamt ging es über 43 Pässe, darunter auf französischer Seite die großen der TdF: Col de Jau, Pailheres, de Port, de Portel, d'Agnes, Latrape, de Portel d'Aspet, TOURMALET, Luz-Ardiden, d'Abisque...
Auf spanischer Seite: Puerto de Erro, Remendia, Laza, de Foradada, Port d'Envalira (Andorra)...

Part 3 führte mich von Avignon nach Karlsruhe über den Mont Ventoux, Col de Menee, Alp d'Huez, Col de Sarenne, Glandon, Croix de Fer, Madeleine, Petit und Grand Bernhard (an einem Tag, versteht sich), Forclaz, Colombiere... in Genf waren die Alpen (leider) zu Ende. Ich bin über das Jura und meine geliebten Vogesen (Route des Cretes, Col de la Schlucht) nach Hause gefahren.

Insgesamt waren es über 4.000 KM, mehr als 76 THM, etwa 90 Pässe - aber das ist natürlich nur der eine Teil, die nackten Zahlen. In bester Erinnerung wird mir der kleine St. Bernhard bleiben: tolle Aussicht, ganz gleichmäßiger Anstieg, ruhig! Welchen Pass würde ich nicht/ nie mehr fahren? Hm, den Glandon, den müsste ich nicht wieder fahren, jedenfalls nicht von Süd nach Nord, rampige Anstiege, zweimal verliert man hart erkämpfte Höhenmeter, naja, vieleicht war ich auch nur schlecht drauf an dem Tag....

Aber was davon abgesehen mir auch sicher bleibt (und weiter entwickelt werden will und wird) sind andere, bedeutendere und länger anhaltende Aspekte meiner Auszeit - dies zu erläutern ist schwer in diesem Medium. Aber Gianni hält geeignete Rotweine bereit...

Alle Passfotos gibt es natürlich auch hier.

Samstag, 20. September 2008

Pyrenäen umrundet

Kurze Nachricht aus Perpignan: nach etwa 1.700 KM; 34 THM und 13 Tagen bin ich heute wieder in Perpignan eingerollt. Weil die SNCF so merkwuerdige Regeln zur Radmitnahme hat, fahre ich morgen nach Avignon mit dem Zug ... und dann mit dem Bike Richtung Mont Ventoux. Wenn das Wetter haelt rolle ich weiter zurueck ueber die Alpen, so dass ich um den 1. Oktober wieder im heimischen Karlsruhe bin. A bientout (???)...

Samstag, 13. September 2008

Gruesse aus den franzoesischen Pyrenäen

Nach 3 mehr oder weniger verregneten Tagen habe ich heute nach kurzen - dafuer nassen und kalten - 55 KM die Pedale in Ruheposition gebracht. Ich bin in Larun, westlich des Col d'Aubisque, einer der TdF Klassiker in den Pyrenaeen. Die letzten Tage war es oft regnerisch, seit gestern ist es auch kalt - Schnee auf dem Tourmalet! Da habe ich heute morgen eher leichten Herzens die Bergankunft Hautacam ausgelassen; Bergankuenfte sind fuer mich als Paessefahrer etwas ungewoehnliches, denn was gewinnt man? Man muss die gleiche Strecke runter, die man hoch ist; so TdF besessen bin ich dann doch nicht. In Luz habe ich das noch angehen lassen: da kann man auf ganz winziger Strecke wenigstens einen Teil der Hoehenmeter in Vorwaertskommen umsetzen. Eine Route, die die TdF niemals nehmen wird! Morgen soll es zumindest trocken werden und ich will weiter entlang der Route de Col Pyrenee nach St. Jean Pied de Port. Ab dort bis Biarritz geht es meist flach und wird verkehrsreich. Ich habe mich daher entschieden einfach auf der suedlichen, der spanischen Seite der Pyrenaeen auch wieder zuerueck zu fahren Richtung Perpignan, wo ich letzten Montag gestartet bin. Es gibt nicht viel im Netz zu dieser Route, vielleicht gibt es nicht viele Strassen auf spanischer Seite, bzw. die Berge fallen nach Sueden nicht so steil ab, so dass es nicht so viele spektakulaere Passstrassen gibt, wie in Frankreich. Auf alle Faelle will ich noch in Andorra vorbeischauen und den Rest der Route bastle ich mir drum rum. Zeit habe ich noch ein bisschen, selbst wenn ich noch mal etwa 10-12 Tage unterwegs sein sollte, bleibt noch Zeit fuer den Rueckweg - von der Provence, dem Mount Ventoux, ueber die Alpen...

Freitag, 29. August 2008

Im Zeichen der TdF

Heute hat mir meine Schwester die neun Fäden gezogen, die mein Schienbein zusammen hielten - und siehe da - es hält auch ohne Fäden. Danke an "meine Ärztin" und an meine ganze Familie für die Betreuung.

Ich fühle mich so fit, dass ich versuchen werde, den dritten Teil meiner Auszeit zu beginnen. Morgen früh, 8:10 Uhr, geht es mit dem Zug Richtung Genf. In Basel SBB wird Manuel zusteigen, der mich ein paar Tage über die Berge begleiten wird. Darauf freue ich mich besonders, weil wir uns ewig nicht gesehen haben.

Bis 4. September muss ich irgendwie, per Rad, vielleicht ein Stück mit dem Zug, nach Nizza kommen, denn Markus und Judith feiern auf Mallorca ihre Hochzeit. Was Nizza mit Mallorca zu tun hat? Nichts.

Egal, von Malle zurück, geht es weiter im Zeichen der Tour. Dann warten die Pässe der Pyrenäen.

Nach zwei Wochen "großem Rumsitzen" freue ich mich auf die kommenden Wochen, auf die Berge und das Radfahren!!!

Dienstag, 26. August 2008

Heilungsprozess ok

Das Bild sieht dramatisch aus, aber inzwischen geht es besser.

Was war passiert: ausgerechnet am ersten Tag meiner gemeinsamen Tour mit Steffen ist mir beim Gang über ein Geröllfeld ein Fels auf das Schienbein gefallen. Steffen konnte mich von der Last befreien und ich fühlte mich zunächst so gut, dass ich kein Problem darin sah mit amateurhaft verbundenem Schienbein 7 Stunden über den Aletschgletscher zu gehen. Die Tour auf dem Gletscher war super, tolles Wetter, spannende Strecke, das Bein hatte ich fast vergessen. Die Schmerzen kamen erst auf der Hütte wieder: ein dort zufällig anwesender Arzt (mein Dank an Dr. Markus Spieler für die Erstversorgung) hat mir dringend vom Weitergehen abgeraten: die Wunde sei zu tief, zu viel Gewebe (5cm x 5cm) sei verletzt.

Die Konkordiahütte ist nicht so gut an den ÖNV angebunden, also kam die Air Zermatt und holte mich und Steffen ab. Im Spital Visp hat man mich dann exzellent versorgt, saubere Arbeit.

Seither erhole ich mich zuhause; es geht jeden Tag besser, ich muss mich noch schonen, kann aber in Ruhe planen, was ich tue, wenn ich wieder fit bin.

Hier habe ich eine Auswahl der Fotos von meiner Wanderung abgelegt.

Dienstag, 19. August 2008

Dienstag, 12. August 2008

Gruesse aus Brig, Wallis

Ich habe meinen Blog die letzten Monate vernachlaessigt. Das liegt nicht daran, dass ich keine Lust hatte aus meiner Auszeit zu berichten. Es hatte den einfachen Grund, dass es in den Bergen nicht so viele Moeglichkeiten gibt, sich mal in ein Internetcafe zu setzen.
Ich bin seit gestern abend in Brig: hier mache ich eine Zwangspause - meine Schuhe, LOWA Tibet (FINGER WEG VON LOWA) muessen neu besohlt werden, das dauert bis morgen nachmittags. Gar nicht schlecht, denn seit Oberstdorf hatte ich bis Saas Fee keine Pause.
Meine Route war grob folgendermassen:
Start war in St. Ulrich/ Groednertal. Von dort habe ich eine Runde durch die Dolomiten gemacht: Schlern, Rosengarten, Sellagruppe, Puez/Geislergruppe. Toll zum Wandern und Klettersteigen.
Von den Dolomiten ging es runter nach Klausen, Eisacktal, durch die Sarntaler Alpen auf das Penser Joch, runter nach St. Leonhard im Passeier (den Oetzi-Fahrern bestens bekannt), Timmelsjoch, Oetztal, Pitztal, Lechtal, Lechtaleralpen, Oberstdorf.

In Oberstdorf habe ich pausiert, einen Tag und neue Schuhe gekauft, weil die alten, Lowas, durch waren.
Von Oberstdorf aus ging es auf den Spuren der Walsern: Kleines Walsertal - Mindelheimer Huette - Goeppingerhuette - Montafon (Tschagguns) - Raetikon (Schesaplna, Sulzfluh) - Klosters - Arosa - Alvaneu - Savognin - Rofflaschlucht - Sufers - Vals - Vrin - Greina-Ebene - Disentis - Oberalp - Andermatt - Airola - Cristallina-Gebiet - Binntal - Simplon - Zwischbergen - Sonnigpass - Saas-Tal.

Dies ist natuerlich nur ein kurzer Abriss. Bisher war es eine fantastische Tour mit vielen neuen Eindruecken und auch vielen neuen Ideen. Jetzt freue ich mich am Freitag Steffen zu treffen, gemeinsam werden wir 10 Tage im Alletschgebiet verbringen. SUPER.

Hier noch eine Liste der bislang gegangenen Kletersteige:
Maximillianssteig
Kesselkogelsteig
Santnerpass KS
Masare KS
Rotwand
Oskar-Schuster-Steig (Plattkofel)
Pisciadu KS
Saas Rigais KS
Grosser Kanzelwand KS
Mindelheimer KS
Gauenblick-Hoehlen-KS
Blodigrinne KS
Sulzfluh KS
Piz Mitgel KS
Via ferrata del Lago
Jegihorn KS
Mittagshorn KS

Cannondale: abschliessende Bemerkungen

Gestern habe ich Nachricht bekommen von Cannondale: der Hersteller lehnt trotz lebenslanger Garantie auf Rahmen, die damals ausgesprochen wurde, den Garantiefall ab. Begruendung: es gab Unterschiede zwischen dem europaeischen und amerikanischen Garantieversprechen. Will also heissen: europaeische Rahmen waren eben nicht so gut, dass man eine (amerikanische) lebenslange Garantie gegeben hat???

Da wird doch der Kunde verarscht (sorry, fuer das deutliche Wort).

Ich fordere hiermit jeden auf, der sich mit dem Gedanken traegt ein Cannondale Produkt zu kaufen, es NICHT zu tun. Bei Cannondale handelt es sich offensichtlich um ein Unternehmen, das seine Versprechen nicht haelt und fuer das Kundenservice eben nur eine leere Floskel ist.

FINGER WEG VON CANNONDALE.

P.S. Hier noch die Originalantwort des Verantwortlichen bei Cannondale. Dieser "Christian" sollte mir moeglichst nicht im Dunkeln begegnen; wer seine Adresse hat und ein paar Albaner kennt..., ich werde mich an den Kosten beteiligen.

Hi,

wenn der Kunde keinen Kaufbeleg mehr hat ist es sogar egal wo und wann er das Rad gekauft hat.
Bei US readern, auch Amerikanischen PX shops auf deutschem Hoheitsgebiet, ist keine Europaische Garantie.

Also keine Chance.

Gruss
Christian

Sonntag, 29. Juni 2008

Auszeit, Teil III

Im dritten Teil meiner Auszeit möchte ich mir den lange gehegten Traum erfüllen, mal die großen Pässe der Tour de France zu erfahren und zwar mit dem Rennrad. Ich fange nach derzeitiger Planung am Genfer See an und fahre runter nach Nizza, über die großen Pässe der Tour, u.a. Iseran, Telegraph, Galibier...

Dann habe ich einen dringenden Termin auf Malle und unterbreche für 3 Tage das Radeln (5. - 7. September).

Anschließend geht es in die Pyrenäen auf den Spuren der Tour und dann je nach Lust, Laune und Wetter zurück nach Karlsruhe.

Wanderroute

Ab Mittwoch, 2. Juli, bin ich zunächst ein paar Tage in den Dolomiten unterwegs, in der Gegend um St. Ulrich. Dort möchte ich hauptsächlich einige der traumhaften Klettersteige begehen. Je nach dem, wie gut mir das gefällt breche ich anschließend, nach 7-14 Tagen, in die Westalpen auf. Ich wandere dabei den E5 von Bozen nach Oberstdorf. Ab Oberstdorf werde ich den Großen Walserweg einschlagen.
Auf diesem bleibe ich bis 15. August. Für Gastwanderer bin ich unter meiner Handynummer erreichbar.

Anschließend bin ich 10 Tage mit Steffen unterwegs, was wir genau machen weiß ich nicht, ich habe aber die Summe meiner Unfall- und Lebensversicherung erhöht: Gletscher, Eis und Felsen und hohe Berge warten auf uns...

Danach habe ich immer noch ein bißchen Zeit..., meine Pläne stehen unter Auszeit, Teil III.

Samstag, 28. Juni 2008

Cannondale, Teil II von x

Das kann ich nicht für mich behalten. Gestern kam folgende Mail vom Cannondale Kundendienst, die erste Reaktion nach sage und schreibe 20 Tagen. Sie lautet im Original:

Guten Tag,
Leider können wir Ihre Original E-mail nicht wiederfinden. Bitte entschuldigen Sie die Umstände, könnten Sie usn diese biite nocjhmal zukommen lassen?
Mit freundlichem Gruss


Mal davon abgesehen, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie man in 3 Zeilen 3 Rechtschreibfehler machen kann, stellt sich natürlich die Frage, welche Einstellung zum Kunden Cannondale hier an den Tag legt.
Was soll ich auf eine solche Mail antworten. Hat jemand einen guten Vorschlag?

Freitag, 27. Juni 2008

Auszeit, Teil II

Ab kommende Woche, wahrscheinlich Mittwoch, werde ich eine längere Zeit (runde 2 Monate) in den Alpen sein, zum Wandern, Klettersteigen und Gipfelstürmen!

Anfang nächster Woche steht die Route in etwa fest. Wer Lust und Zeit hat ein Stück mit mir zu gehen ist herzlich eingeladen. Ich habe diesmal mein Handy mit, so kann man mich besser orten und einen Treffpunkt vereinbaren.

Also, Anfang nächster Woche mal reinschauen.

Bilder

Ich hatte Zeit einen kleinen "best of" zusammenzustellen. Zu besichtigen sind die Bilder unter diesem Link.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Cannondale

Ich wurde schon ein paar Mal gefragt: was ist jetzt mit deinem Cannondale? Ja, das Rad hat es überlebt. Jetzt stellt sich die Frage, ob Cannondale zu dem beim Kauf gegebenen Versprechen der lebenslangen Garantie auf den Rahmen steht oder nicht. Bislang sieht es schlecht aus. Auf meine Mail vom 7. Juni habe ich nur folgende maschinell erzeugte Antwort erhalten:


"Ihre Nachricht an den Kundenservice von Cannondale Europe wurde erhalten. Ihre Nachricht ist uns sehr wichtig. Wir sind bemüht, Ihnen so schnell wie möglich zu helfen. Vielen Dank für Ihr Interesse an Cannondale."

Ich war gestern beim Cannondale Händler hier in Karlsruhe, auch dort hat man mir nicht viel Hoffnung gemacht: ja, einschicken kann man mal....

Cannondale macht natürlich einen Fehler, wenn sie jetzt ihr Versprechen zurückziehen: ich werde jedem erzählen, egal ob er/ sie es wissen will oder nicht, wie schlecht der Service bei Cannondale ist. Sagen wir ich erzähle es 20 potenziellen Käufern, die erzählen es 5 weiteren potenziellen Käufern. Also 100 Menschen, von denen 90 kein Cannondale mehr kaufen werden. Kann sich jeder selbst, am Besten Cannondale ausrechnen, was da an Umsatz flöten geht, und viel wichtiger, wie viel negative Stimmung erzeugt wird.

Ich könnte natürlich auch sagen, der Service bei Cannondale ist SUPER, die halten ihre Versprechen...bisher sieht es eben danach nicht aus. Aber ich werde das weiterhin im Auge behalten und hier im Blog aufgreifen.

Montag, 23. Juni 2008

... zu Hause!

Hm, das ging jetzt schnell. Ja, tatsächlich, ich sitze zu Hause in Karlsruhe. Sehr merkwürdig. Ich werde mich die nächsten Tage erst mal wieder dran gewöhnen müssen .. und ausspannen!
Wenn ich auch mental wieder hier bin schreibe ich noch was zu den letzten Tagen in Deutschland und ergänze ein paar Bilder.
Für die Statistiker:
Die Tour Karlsruhe - Karpaten und zurück war rund 8.400 KM (etwa 120 KM je "Radtag"); bei 61.400 HM hat der Höhenmesser aufgegeben. Ich war mit insgesamt 30 KG unterwegs, davon entfielen 13 KG auf das Rad (inkl. Gepäckträger) und 17 KG Gepäck. Der Fahrer wog bei Ankunft 72,9 KG, bei Abfahrt ungefähr 3 KG mehr ;-)

Also, stay tuned. Ich stelle die nächsten Tage noch ein paar Details und Bilder ein und berichte von meinen weiteren Plänen... jetzt muss ich erst mal Beine hochlegen!

Ach so: ich war natürlich auch die letzten Tagen alleine unterwegs und es waren am Wochenende zwar einige Autos unterwegs aber keine Begleitfahrzeuge!!!

Und wo wurde dieses Bild aufgenommen?

Freitag, 20. Juni 2008

Begleitfahrzeughalter hergehört!

So, ich habe heute morgen gegen 9 Uhr zum letzten Mal auf der Tour eine Grenze (Landesgrenze CZ-D ;-)) ueberschritten und bin nun in Marktredwitz.

Fuer die Begleitfahrzeughalter wird es langsam ernst: Semmeln schmieren, Getränke kühlen, voll tanken...

Route heute: Wunsiedel, Fichtelberg, Bischofsgrün, Bayreuth

Route Sa, So: Bayreuth, Eckersdorf, Aufseß, Mistendorf, Frensdorf, Burgebrach, Prichsenstadt, Ochsenfurt, Grünsfeld, TBB, Walldürn, Mosbach, Sinsheim, Menzingen, U'gro, Weingarten, Karlsruhe, Sophienstrasse 93
Abschluss wird ein Helferfescht auf dem Gutenbergplatz bilden.

Leichte Abweichungen können sich ergeben, wenn die Polizei das große Fahrerfeld umleitet, aber das ist dann ja auch für die Helfer ersichtlich.

Das ist der letzte Blogeintrag von unterwegs. Wenn ich in KA angekommen bin, melde ich mich wieder. Bis dahin.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Anmeldeschluss

Ich bin ueberwaeltigt - so viele begeisterte Radler moechten mich am SA und SO begleiten - ich muss hiermit einen Anmeldestopp verfuegen. Das Feld wird sonst zu gross, ich braeuchte eine polizeiliche Genehmigung, das waere alles zu anstrengend. Aber ich freue mich auf die zahlreichen Begleiter.
Wegen der grossen Zahl der Teilnehmer brauche ich aber noch Begleitfahrzeuge, aus denen frisch belegte Semmeln und kalte isotonische Getraenke gereicht werden. Also, wer ein Kfz hat und am Sa und So nichts zu tun, wie die meisten von euch, der setze sich ans Steuer. Ich fahre morgen frueh ueber die Grenze bei Cheb nach Marktredwitz, durch das Fichtelgebirge, dann die Fraenkische Alb, Richtung Wuerzburg, suedlich an Wuerzburg Richtung Tauberbischofsheim, durch den Odenwald. Da ich erst morgen eine gescheite Karte kaufen kann, gebe ich die ungefaehren Durchfahrtspunkte fuer die Begleitfahrzeuge noch durch, die begleitenden Radfahrer hatten schon ein fernmuendliches Briefing...
Noch kurz zu den letzten Tagen: es ging immer durch die Berge, gerade bin ich noch im Erzgebirge.
Dies ist wahrscheinlich der letzte laengere Eintrag von unterwegs, morgen also noch die Durchfahrtspunkte: Semmeln bitte schon mal schmieren, Frischkaese habe ich ganz gerne oder auch schwarzwaelder Schinken...hmmmm

Samstag, 14. Juni 2008

Pause in Karlova Studanka

Ja, kaum eine Woche unterwegs und schon ist wieder soviel passiert. Keine Angst mir geht es gut, ich mache einen Tag Pause. Meine Basis ist in Bruntal, Nordmaehren, nahe den Jeseniky-Bergen, hoechste Erhebung ist der Altvater mit ueber 1400 m. Gerade komme ich aus dem Thermalbad hier in Karlova Studanka, einem Kurort 15 Km von Bruntal entfernt. Ich habe meine Muskeln im warmen Wasser und der Sauna entspannt, das tat sehr gut. Karlova liegt auf etwa 800 m und hat angeblich die sauberste Luft der ganzen tschechischen Republik. Womit auch geklaert waere, wo ich ungefaehr bin.



Was bisher geschah? Nun - auf dem Weg auf die polnische Seite der hohen Tatra ist es passiert - der Rahmen ist ein weiteres Mal, das dritte Mal gebrochen. Da ich hier keinen Blog ueber Rahmenbrueche und deren Reparatur schreiben will, hier nur die notwendigsten Infos. In Zakopane fand sich wieder ein begeisterter Alu-Schweisser. Der Rahmen ist wieder ganz. Mein Vertrauen in seine Stabilitaet ist nicht gerade gross, ich denke es ist nicht die Frage ob, sondern wann und wo ..., aber bisher hat es immer in die naechste Stadt gereicht, also. Es bringt nichts sich darueber Gedanken zu machen. Es kommt wie es kommt.

Nach der Tatra-Runde hatte sich das Wetter eingetruebt und es bot sich an, die Fatra Tour auf die kleine Fatra zu beschraenken. Das war eine goldrichtige Entscheidung - weiter im Norden war das Wetter stabiler, waehrend es im Sueden und in den Bergen fest hing. So bin ich also ueber die kleine Fatra, erwaehnt sei das sehr schoene Tal bei Terchova, aus der Slowakei rueber in die CZ Republik gefahren. Dort gab es erstaunlicherweise schon wieder ein Gebirge, das Beskiden heisst, scheint ein sehr haeufig gebrauchter Begriff fuer Gebirge hier zu sein, ich erinnere mich an die Besiken in der Ukraine und in Polen.
Wie dem auch sei, jetzt bin ich in den Jeseniky Bergen. Nach dem Tag Pause werde ich morgen diese durchqueren und gen Riesengebirge steuern. Wahrscheinlich bleibe ich auf der CZ Seite der Berge - Radwege sind hier super ausgeschildert, so dass man nie auf Hauptstrassen muss, das Kartenmaterial gibt es dazu kostenlos in jedem Touri-Office. Sehr genial.
Fuer diejenigen, die sich schon freuen, mich in Deutschland ein Stueckchen begleiten zu duerfen - meine Zeit in CZ wird noch bis Do oder Fr naechste Woche dauern. Also ideal zum Wochenende rolle ich ueber deutsche Landstrassen ...

Dienstag, 10. Juni 2008

Hohe Tatra


Komisches Gefuehl - ich bin heute aus der Niederen Tatra rausgekommen, blickte auf ein breites Tal runter und da war sie - die Hohe Tatra, der letzte Fetzen Karpaten auf meiner Tour, uebrigens das kuerzeste Hochgebirge der Welt, daher auch von mir locker in 2 Tagen zu umrunden.
Ich habe die Tourplanung noch mal etwas geaendert. Urspruenglich wollte ich erst durch die Fatra, kein Schreibfehler, heisst so, hat auch nichts , mit dem islamischen Rechtsgutachten, der Fatwa, zu tun, sondern ist ein Mittelgebirge hier, suedwestlich von der Tatra. Also, ich umrunde nun erst mal die Tatra, morgen bin ich kurz mal in Polen, schaue aber, dass ich wieder rauskomme, denn Deutsche sind da nicht so angesehen momentan, obwohl ein halber Pole die Tore reingemacht hat, weiss gar nicht was die Polen wollen, das war doch sehr ruecksichtsvoll von uns, oder...
Jedenfalls, nach der Tatra also die Fatra, warun, ach so weil ab Donnerstag das Wetter hier schlechter werden soll und ich die Tatra wenigstens teilweise in der Sonne sehen wollte, was heute auch ganz gut gelang. Morgen soll das Wetter aehnlich werden, wie heute, heisst am Nachmittag Gewitter, ok, Regenzeug an und durch oder unter den naechsten Baum, wenn es noch welche gaebe. Das ist naemlich ein Raetsel - viele Baeume sind hier tot, ganze Haenge kahl. Ursache ist mir noch unbekannt, aber ich bleibe dran.
Nach der Fatra. Dann stelle ich den Kompass auf West und fahre nach Hause, keine Angst es ist noch ein Stueckchen bis Karlsruhe und sicher gibt es auch noch einige Eintraege bis dahin. Nach Hause, nicht weil ich genug habe, aber ich habe ja noch was vor diesen Sommer, andere Berge wollen auch was von mir haben, verstaendlich, hahaha.
In diesem Sinne. Gruessle aus der Tatra.
P.S. Sorry, fuer den Verzicht auf manche Satzzeichen in diesem Text, ich kapiere die Tastatureinstellungen hier nicht...

Samstag, 7. Juni 2008

Begleitung auf der Fahrt durch Deutschland

Ich bin heute sehr optimistisch und denke schon an die Zeit, wo mich meine Tour durch Deutschland fuehren wird. Ich habe ja mal die Idee geaeussert, dass mich, wer immer Lust hat, mich in Deutschland ein letztes Stueck des Weges nach Karlsruhe begleiten kann.

Da ich an diesem Regentag viel Zeit und "flat" Internet habe, hier mal eine Idee fuer die grobe Route durch Deutschland. Genaueres folgt. Zeitfenster: Ende Juni.

Freitag, 6. Juni 2008

Marc gesund - Maschine tod?!

Ja, ja, es ist schoen hier in Polen, deshalb versucht man mich auch mit allen Mitteln zu halten. Was bisher geschah: die neuen Medikamente haben zu einer raschen Besserung gefuehrt, unterstuetzt durch die frische Landluft und das gute Essen geht es mir seit Donnerstag wieder einigermassen, seit gestern wieder echt gut, alle Koerperfunktionen normal.
Gestern nachmittag habe ich also das Fahrrad, das ein paar Tage Ruhepause hatte einem kleinen Check unterzogen. Zum Glueck. Entdeckte ich doch genau oberhalb der geschweissten Stelle einen neuen Riss im Rahmen meines Cannondale - ich musste mich erst mal setzen. Nun war ich also wieder fit, aber das Rad alles andere als fahrtuechtig. Ich wundere mich, dass mir der Riss nicht in den Fahreigenschaften aufgefallen ist. Egal. Ich war erst mal fertig. Aber Dariusz wusste Rat und setzte sich ans Telefon: alle alu-schweissenden Menschen im Umkreis von 50 KM, die ihm einfielen wurden aus ihrem Freitagnachmittagschlaf gerissen. Zuerst ohne Erfolg. Gut Ding will Weile haben. Dariusz fiel als bei mir schon alle Hoffnungen sanken noch der "Meister" des Alu-Schweissens ein. 10 KM entfernt. Das Rad wurde zerlegt und ab in den Kofferraum, es ging los.
Beim Meister angekommen wurde erst mal das Werk der Oesterreichischen Kollegen begutachtet: da wurde ja nicht nachgedacht, meinte der Meister, eine zu dicke Verstaerkung vor einer duennen Rahmenstelle, das kann nicht gutgehen, gut ist es aber 5.000 KM lang gegangen. Diese Probe steht fuer die polnische Meisterleistung noch aus!
Egal, der Meister ist eben eher Kuenstler als Handwerker und so zaehlt natuerlich fuer ihn alleine sein Werk. Er schritt zur Tat. Die folgenden Minuten moechte ich nicht detailliert wiedergeben: da blutet das Herz eines jeden Radlers, wenn sein Bike mit Flexmaschine und Schweissgeraet zugerichtet wird; da werden Stuecke rausgeschnitten, Loecher in das Metall gebrannt, ... schlimm!!! Aber schliesslich meinte der Meister: FERTIG! Sein Werk ist vollbracht, eine Garantie von einem Tag sei er bereit zu geben, alles andere ....
Es wurde noch die hohe Qualitaet der Farbe und die schlechte Qualitaet des verarbeiteten Aluminiums erwaehnt. Ich versprach, beide Bemerkungen so an Cannondale weiterzugeben - hallo? Hoert mich da jedmand?

Nun ist also das Rad wieder fahrbereit, ich auch, aber, ja aber, heute regnet es und zwar in Stroemen; Dariusz ist froh, weil so endlich wieder Wasser im Bach ist und die Forellen in seinem Teich sich freuen. Ich freue mich weniger, bin aber milde gestimmt, ich werde heute in einer vielleicht auftauchenden Regenpause versuchen, das Rad zu testen, werde das Material und mich pflegen und auf morgen vorbereiten. Denn, wie auch Dariusz richtig bemerkte, alles hat ein Ende. Morgen soll auch das Wetter wieder trocken sein und ich rolle gen Suedwesten in die Slowakei.
Die Zeit hier, heute abend werden es eine Woche, haben mich viel gelehrt, was vielleicht bisher auf der Tour noch nicht so von Noeten war und was mir, nicht immer leicht faellt: auch mal die Grenzen der koerperlichen Leistungsfaehigkeit akzeptieren, Geduld aufzubringen fuer die Erholung und sich immer wieder neu unerwarteten Situationen zu stellen. In diesem Sinne freue ich mich auf die kommenden Wochen. Stay online. Gruesse, Marc

Donnerstag, 5. Juni 2008

In Polen

Nur ein kurzer Eintrag heute. Ich bin seit 5 Tagen in Daliowa in den niederen Biskiden und mache Urlaub auf dem Bauernhof. Nicht ganz freiwillig: eine Infektion hat mich wohl noch in der Ukraine erwischt und meinen Magen komplett durcheinander gebracht. Das erste Antibiotikum hat nicht geholfen, nach einem Besuch im Krankenhaus in Sanok geht es mir heute etwas besser, aber ich bin noch ein paar Tage davon entfernt weiterfahren zu koennen. Zunaechst muss ich die Ergebnisse der Untersuchung abwarten, die kommen morgen, dann weiss ich erst mal genau was ich habe. Ich will aber weiterhin an der Tour festhalten, ich habe keine Eile, ob ich jetzt eine Woche frueher oder spaeter in KA ankomme ist egal: fuer mich steht jetzt im Vordergrund erst mal wieder auf die Beine zu kommen. Das wird mir hier leicht gemacht, ich werde bestens verpflegt und ich haette keinen besseren Platz finden koennen.
Wer mal schauen will, wo ich jetzt bin: Agrotourismus Zakucie

Freitag, 30. Mai 2008

Wandern im Apuseni

So lieber Marc es ist mir natürlich eine große Ehre in Deinem Blog kurzfristig als Co-Autor auftreten zu dürfen :-)! Um es vorab direkt zu sagen: Die Zeit in Rumänien war einfach genial - auch wenn uns das Wetter das ein oder andere Mal auf dem falschen Fuß erwischt hat. Im Nachhinein hätte ich gerne noch ein paar Tage drangehängt!

Aber der Reihe nach:

Am Mittwoch gegen Mittag hat mich Marc in Cluj-Napoca (Klausenburg) am Flughafen abgeholt und kurz darauf saßen wir beide auch schon in unserem Mietwagen (VW Fox) und sind in Richtung Apuseni-Gebirge losgefahren. Das Apuseni-Gebirge liegt praktisch nördlich von den Südkarpaten und westlich von den Ostkarpaten. Bei den Rumänen wird es selber als der Geheimtipp für Wanderbegeisterte gehandelt. (Im Nachhinein weiß man auch warum!) Wer ein bisschen mehr über die Region erfahren möchte, sollte sich die Webseite www.apuseni.de ansehen. Allein das Motto der Seite umschreibt schon sehr gut, was wir in den paar Tagen erlebt haben: "Entdeckungsurlaub in den Karpaten abseits ausgetretener Touristenpfade".

Die ersten zwei Tage haben wir in einer kleinen Pension in der Nähe von Gîrde de Sus im Aries-Tal gewohnt. Die Unterkunft war ein absoluter Glücksgriff. Ich habe ehrlich gesagt noch nie so gastfreundliche Vermieter kennengelernt. Die Kommunikation war zwar nur mit Händen und Füßen möglich - aber dank eines kleinen Wörterbuchs, dass die wichtigsten Sätze des Alltags enthielt, haben wir auch dies ganz gut gemeistert. Immerhin haben wir es geschafft unserem Vermieter klar zu machen, dass wir keine Pálinka (Pflaumenschnaps) trinken möchten und Mămăliga (eine Art Polenta mit Käsefüllung) unser Lieblingsessen ist. Apropos Pálinka - das werde ich vermutlich nie vergessen: Zu jeder Mahlzeit wurde Pálinka serviert - sogar zum Frühstück. Unsere Vermieter wollten uns hier sicherlich etwas Gutes tun und haben deshalb beim Servieren der Mahlzeiten auf alle übrigen Getränke verzichtet und uns nur Pálinka angeboten. Als durchschnittlicher Mitteleuropäer ist man so etwas jedoch nicht unbedingt gewohnt :-) Auf dem Bild sieht man unseren Vermieter und die Pension in der wir gewohnt haben.


Die Wanderungen, die wir von dort aus gemacht haben waren spitze. Die Natur in diesem Gebiet ist fast komplett unberührt und man fühlt sich fast um ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt. Ein absolutes Highlight war sicherlich die Scarisoara Eis Höhle. Man kann sich das wirklich nur schwer vorstellen geschweige denn beschreiben: Wir standen oberhalb eines Trichters der in der Erde verschwindet - ganz oben am Rand waren es gefühlt vielleicht 18°C und je weiter wir in diesen Trichter hinab gestiegen sind, desto kälter wurde es bis die Temperatur schließlich 0°C erreichte und wir in mitten von Schnee- und Eisformationen standen. Das Ganze ging dann in eine Höhle über wo wir allerdings nur den Eingangsbereich erkunden konnten, da die Höhle offiziell nicht geöffnet und damit auch nicht beleuchtet war.
Das Einzige was die idyllische Ruhe in diesem Gebiet ein bisschen gestört hat, waren die Teilnehmer der Ralley "Superkarpata", die parallel zu unserem Aufenthalt mit ihren schweren Geländewagen durch das Apuseni-Gebirge rasten. In diesem Zusammenhang sei nur angemerkt, dass es doch sehr bedauerlich ist, wie sich einige Landsleute im Ausland benehmen (in diesem Sinne schöne Grüße nach Böblingen)…

Nach zwei Tagen im Aries-Tal sind wir schließlich weiter mit unserem Wagen in Richtung Chiscau gefahren, wo wir zunächst die Urşilor Höhle (Peştera Urşilor in rumänisch oder auch Bears' Cave nach den dort gefundenen Höhlenbären benannt) besichtigt haben. Die Höhle ist wirklich sehenswert und wohl auch die bekannteste Tropfsteinhöhle in Rumänien. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass der Tourismus hier vollends entwickelt ist… die Souvenirstände beim Verlassen der Höhle sind kaum zu übersehen. Nicht umsonst waren wir sehr froh, als wir wieder im Auto saßen und erneut in Richtung Gebirge unterwegs waren. Diesmal lag unser Tagesziel auf dem Hochplateau in der Nähe von Padis. Die Berghütte in der wir übernachtet haben war auch sehr nett – allerdings vom Service und Komfort natürlich nicht vergleichbar mit unserer ersten Pension.
Die Region um Padis ist traumhaft schön. Leider hat das Wetter nicht so wirklich mitgespielt, so dass unsere Wanderversuche immer wieder unterbrochen wurden. Am übelsten hat es uns schließlich am Freitagnachmittag getroffen, als wir eine kleine Rundtour um unsere Herberge geplant hatten, welche in einem gigantischen Wolkenbruch endete. Das Resultat war, dass sowohl die Kleidung von Marc als auch von mir komplett durchweicht war. Hier muss natürlich erwähnt werden, wie wandelungsfähig plötzlich unser Mietwagen war. Unser VW Fox war von nun an nicht mehr nur Fortbewegungsmittel sondern zugleich ein überdimensionaler Wäschetrockner auf vier Rädern. Man glaubt gar nicht wie praktisch die große Frontablage von so einem kleinen Auto sein kann. Da haben die VW Ingenieure doch endlich einmal im Sinne der Outdoorfreaks gearbeitet. ;-)

Am Samstag ging es dann – nachdem unsere Kleidung wieder trocken war – mit dem Wagen in Richtung Cluj. Auf dieser Strecke hatte ich das ein oder andere Mal richtig Angst um unser Auto. Die Straßen auf diesem Abschnitt sind teilweise so schlecht, dass der Wagen mehrfach mit der Karosserie aufsetzte und ein übles Knirschen des Unterbodens zu vernehmen war. Hier wurde mir auch bewusst, warum die Rumänen am liebsten Gebrauchtwagen in Deutschland kaufen. Die Straßen bei uns sind im Vergleich zu rumänischen Straßen in einem sehr guten Zustand und die Autos natürlich dementsprechend nur wenig verschlissen. Die Ursachen für die schlechten Straßen sind dabei vielfältig: Einerseits sind, wie Marc schon beschrieben hat, viele Straßen nicht geteert, andererseits erfolgt in einzelnen Landstrichen aber auch eine intensive Holzwirtschaft, mit der Folge dass das Holz über die sowieso schon schlechten Straßen mit riesigen LKWs abtransportiert wird. An einigen Ecken fühlt man sich somit fast in eine Mondlandschaft versetzt, da vor einem nur noch ein Meer von Baumstümpfen sichtbar ist. Die Einheimischen scheint dies wenig zu stören – schade eigentlich, da gerade die unberührte Natur den Reiz der Region ausmacht.

Insgesamt war mein Aufenthalt in Rumänien natürlich viel zu kurz. Aber ich gehe schon einmal fest davon aus, dass ich nächstes Jahr wieder in Rumänien sein werde und ein bisschen weiter wandern werde... zu Erkunden gibt es eine Menge!

Die huegeligen Beskiden


Ja, kaum zu glauben, aber nach 5 schoenen aber auch harten Tagen habe ich heute die Ukraine wieder verlassen - ich durfte sie verlassen, was nicht so leicht ist. Das erklaert sich folgendermassen: sowohl bei dem Grnezuebergang von Rumaenien in die Ukraine als auch von der Ukraine nach Polen duerfen Fahrraeder die Grenze nicht passieren. Die Rumaenen und Polen haben diese Regel nicht gemacht, sondern die Ukrainer. Und so sass ich auch heute wieder bei einem Polen im Auto, mein Rad hinten drin, offener Kofferraum in einem VW Passat - das geht dann naemlich. So was bescheuertes wie die Ukrainischen Grenzbeamten hat die Welt noch nicht gesehen. FUCK THEM! Sorry, das musste gesagt sein - ich habe an der Grenze auch geflucht, verstanden hat mich eh niemand wie in den letzten 5 Tagen... Ja die Ukrainer sind sehr nett, keine Probleme, verstaendigt haben wir uns mit Haenden und Fuessen und ein paar Brocken Englisch, ausserdem spreche ich ganz passabel Ukrainisch, hahaha...dobri den!
Im Ernst, es war sehr schoen, landschaftlich setzt sich natuerlich das fort, was ich aus Nordrumaenien kannte, dennoch waren die Erfahrungen sehr, wie soll ich sagen, es waren sehr viele Eidnruecke in einer so kurzen Zeit, abends liegt man im Bett und denkt sich, puuh, kann soviel an einem Tag passieren??? Wie zum Beispiel an meinem ersten Tag, ein junger Ukrainer sieht mich auf dem Rad, zieht seine Radklamotten an und begleitet mich auf seinem Trek Discovery Channel Team Edition Rennrad 40 KM auf loechrigen Ukrainischen Strassen (die uebrigens sonst nicht schlechter sind als die in Rumaenien!).
Ja, so war jeder Tag sehr erlebnisreich, daneben bin ich viel Rad gefahren, zweimal 160 KM hintereinander. Heute will ich es lockerer angehen lassen: es sind noch 20 Km zu meinem heutigen Ziel Ustrzyki Gorne, das ist im aeussersten Ostzipfel Polens, einen Steinwurf in die Ukraine und die Slowakei.
Dorthin treibt es mich morgen weiter, das Wetter ist schon seit Tagen sonnig und heiss, die Strecke wird anspruchsvoll wellig, die grossen Berge der Tatra sind noch ein Stueckchen weg. Uebermorgen werde ich mal wieder die Beine hochlegen, Ruhetag einlegen, bevor ich meine grosse Schleife durch die Slowakei ziehen werde. Wie es dann weiter geht kann ich noch nicht genau sagen. Ich schaetze ich fahre der polnisch-tschechischen Grenze entlang und komme irgendwo im Erzgebirge raus. Dann noch ein Stueckchen durch Deutschland.
Ha, da faellt mir noch was ein: fuer die Tage in Deutschland kann man mich auf meiner Tour ein Stueck begleiten. Ich werde fruehzeitig bekannt geben, wo ich nach Deutschland rein und rum fahre und dann packt jeder der Lust hat sein Rad, setzt sich in den Zug und faahrt ein Stueck mit mir. Na, jemand Interesse???

Sonntag, 25. Mai 2008

Auf in die Ukraine

Die letzten Tage war ich Martin im Apuseni-Gebirge, eine geniale Wander- und Entdeckungstour. Martin wird fuer diesen Part den Blog schreiben und meine Bilder einstellen (...also dran bleiben und auf den Blog schauen): ich freue mich zu lesen, welche Eindruecke er von hier mitgenommen hat. Fuer mich war es eine sehr schoene Abwechslung zum Biken.

Heute nachmittag geht es ein Stueck per Zug in den Norden Rumaeniens, nach Satu Mare: die Strecke kenne ich schon von meiner Fahrt hierher nach Klausenburg, daher waehle ich diesmal den Zug, die grosse Europastrasse waere die einzige Alternative, und die will ich mir nicht geben.

Es bleibt auch so spannend, morgen ueberschreite ich die Grenze zur Ukraine in Halmeu. Mal sehen was mich erwartet...

Sonntag, 18. Mai 2008

...und wie geht es weiter?

Bis naechsten Sonntag gar nicht, also gar nicht mit dem Rad. Martin und ich werden sicher auch einiges beim Wandern erleben.
Danach geht es weiter, wahrscheinlich nehme ich ausnahmsweise (ich muesste sonst die identische Strecke, die ich in den letzten 2 Tagen gefahren bin zurueckfahren) den Zug nach Satu Mare. Von dort will ich in die Ukraine um weiter dem Karpatenbogen zu folgen. Auf das Stueck Ukraine bin ich gespannt, bisher habe ich nicht mal eine Karte von der Gegend, noch ist sicher, ob der Grenzuebergang, den ich anpeile offen ist (2 andere, die ich eigentlich ansteuern wollte, sind geschlossen, wie ich inzwischen herausgefunden habe).
Aber das Kartenproblem erledigt sich mit Martins Ankunft am Mittwoch, also kann es weiter gehen. Grob werde ich dann weiter durch die Slowakei und Polen wohl irgendwann wieder im Osten Deutschlands auftauchen. Aber das ist noch ein langer Weg und daran denke ich jetzt noch nicht.

Durch die Ostkarpaten




Nach langer Zeit habe ich mal wieder Zugang zum Internet und das moechte ich natuerlich nutzen, um ein enig von meiner Tour zu erzaehlen.
Zunaechst was fuer die Zahlenfreaks: Stand gestern Abend in Cluj (=Klausenburg) habe ich mittlerweile ueber 5.200 KM und ueber 52.000 HM zurueckgelegt. Ich bin jetzt wie gesagt in Cluj und bleibe hier auch eine Weile, zum einen um mal ein paar Tage vom Biken auszuruhen, zum anderen, weil am Mittwoch mein Kollege Martin aus Deutschland nach Cluj kommen wird und wir ein paar Tage im Apuseni-Gebirge wandern moechten.
Doch zurueck zur Tour. Die letzten 10 Tage waren landschaftlich, kulturell und menschlich die schoensten bisher. Die Ostkarpaten sind nicht ganz so hoch wie die Suedkette bei Fagarasch, aber eben viel zugaenglicher, man faehrt wirklich durch die Berge durch, was wegen des vielen Schnees im Sueden ja einfach nicht moeglich war. Dadurch hatte ich viel staerker das Gefuehl in den Bergen zu sein und nicht nur drumrum zu fahren. Kulturell bieten die Regionen Moldova, Bukovina und Maramures einiges. Man verlaesst Siebenbuergen mit den Kirchenburgen und sieht stattdessen orthodoxe Kloester, z. B. in Humor (UNESCO-Weltkulturerbe) oder die Holzkirchen der Maramures-Region.
Am meisten beeidruckt haben mich dort oben im Nordosten aber die Menschen. Die Region ist noch sehr traditionell gepraegt, man sieht die Menschen jeden Tag auf der Strasse, bei der Arbeit, die Reaktion auf mich als Radfahrer waren immer sehr freundlich und neugierig. Und dann nicht zuletzt die fuer mich nicht gekannte Gastfreundschaft. Ich bin jetzt schon die zweite Nacht in Folge eingeladen worden zum Essen, Duschen, Uebernachten. Die Menschen hier habe ich das Gefuehl sind stolz darauf, mir zeigen zu koennen, wie ihr Land wirklich ist; sie wissen sehr wohl um das teilweise negative Image von Rumaenien im Ausland - aber seht her, es ist eben nicht ueberall so! Ich geniese es, die Kommunikation ist manchmal schwierig, aber ich nehme wie es kommt, wissend, dass ich in ein paar Tagen wieder auf dem Rad sitze und es ganz anders sein wird.

Samstag, 10. Mai 2008

Perle Transsylvaniens


SO. Heute ist Ruhetag und ich bin sehr entspannt, das hat verschiedene Gruende:
das Wetter ist schoen (Anmerkung: der rumaenische Wetterdienst sagt jeden Tag Regen vorher, auf der Wetterkarte sieht das immer aus wie Dauerregen, bislang war es immer so, dass es hoechstens mal ein paar Tropfen macht).
Dann habe ich eine tolle Unterkunft gefunden: die Pension Sighisora.
Ausser einigen kleinen Rundgängen durch Schaessburg und die umgebenden Huegel habe ich bisher nicht viel gemacht, was aber auch gut ist an einem Ruhetag...Das Fahrrad habe ich durchgecheckt, Bremsbelaege sind gewechselt, sonst ist zum Glueck alles noch heil.
Morgen geht es weiter gen Osten, dort warten die Ostkarpaten, die ich in den nächsten 10 Tagen mehrmals über- und durchqueren möchte. Dabei komme ich auch recht nahe an die Ukraine und ueberlege, wie ich den dortigen Karpatenbogen in die Tour einbinde. Das haengt ein wenig davon ab, ob ich noch eine gescheite Strassenkarte finde - dummerweise habe ich mich darauf verlassen, dass es hier welche gibt, aber hier gibt es an jeder Tanke Karten von Deutschland, Frankreich und der tuerkischen Riveria (wusste nicht, dass die Tuerken sowas haben), aber eben nicht vom lieben Nachbarn Ukraine. Naja mal sehen, ich hoffe, dass wenn ich weiter im Norden Rumaeniens bin der Bedarf an Karten von der Ukraine zunimmt. Oder spiegelt der Mangel an Karten den Mangel an zu kartografierenden Dingen, z. B. Strassen wieder. Ich will es nicht hoffen. In diesem Sinne, ab morgen bin ich wieder im Wald und den Bergen.

Freitag, 9. Mai 2008

Strassenkunde


Ich bin in der Perle Transsylvaniens angekommen, in Schaessburg, daher habe ich Zeit und Muse fuer eine kleine rumaenische Strassenkunde. Dies sind eben so Dinge, die einen Tourenradler bewegen. Also...
Ich bin hier mit einer Strassenkarte Massstab 1:600.000 unterwegs (Huber-Verlag). Hierauf sind die Strassen farblich wie folgt eingeteilt. Rote, orange, gelbe und weiss markierte Strassen. Mit allen hatte ich bereits zu tun.
ROT: fuer den nicht lebensmueden Radler eigentlich ein "no go". Die roten sind meist als Europastrassen markiert und daher zwar sehr gut ausgebaut und meist schlaglochfrei, aber eben auch beim internationalen Durchgangsverkehr beliebt. Die LKW Fahrer nehmen auf Radler keine Ruecksicht. Der einzige Vorteil, den man als Radler aus den eng an einem vorbei fahrenden LKW ziehen kann, ist der Luftzug, der einem mitreisst...gut, gefaehrliches Spielchen.
ORANGE: meist ganz gut zum Radfahren geeignet, gut ausgebaut, zwar oft schlaglochgespickt, aber eben noch fahrbar. Der Verkehr haelt sich meist in Grenzen, wenn es genuegend rote Strassen gibt, auf denen die LKW sich tummeln.
GELB: ich habe gemischte Erfahrungen gemacht mit den gelben - OFT sind die Strassen kaum im Sitzen zu fahren, zu viele Loecher, zu unebener Belag. Auf der anderen Seite oft verdammt ruhig und idyllisch und abschnittsweise auch mal gut geteert.
WEISS: hahaha, das muss ein Witz des Kartographen sein. Teilweise denke ich, gibt es diese Strassen gar nicht, teilweise gibt es sie wohl, aber in einer Qualität, die dem eines Feldweges nicht entspricht. Nach einigen Experimenten bin ich dazu uebergegangen, keine weissen Strassen mehr zu fahren. Ein Mischung aus gelb und orange mit mehr orange ist ok. Rot nur wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Sonntag, 4. Mai 2008

Sonntag

Mit meiner Magenverstimmung geht es schrittweise besser ;-) Dennoch mache ich heute erst mal einen Tag Pause in Alba Iulia. Natuerlich in der Hoffnung, dass es morgen wieder richtig gut geht, Kraft und Saft in den Beinen ist und ich die Kette wieder rechts legen kann, nicht GANZ links wie die vergangenen zwei Tage.
Hier noch zwei Links zu Seiten ueber Siebenbuergen bzw. das Banat:
Banaterschwaben
Deutsch-Rumaenisches-Forum

Donnerstag, 1. Mai 2008

Unfreiwillige Pause

Dass ich so schnell wieder online sein werde haette ich nicht gedacht. Ich bin hier in Fagaras am Fusse des gewaltigsten Massivs der Karpaten in Rumanien. Unfreiwillig deshalb, weil ich mir gestern den Magen uebel verdorben habe; keine Details - Nahrungszufuhr ist aber momentan nur fluessig moeglich.
Statt nun den ganzen Weg von Baile Herculane hierher zu beschreiben, will ich ein, zwei Tage hervorheben. Nur soviel, im Prinzip bin ich einmal um das Fagaras Massiv rumgefahren und befinde mich nun in Siebenbuergen auf der noerdlichen Seite der Suedkarpaten.
Vor ein paar Tagen habe ich die Transfagaras in Angriff genommen, eine Strasse, die eben dieses Massiv in Nord-Sued-Richtung durchquert. Der Pass liegt dabei von Sueden kommend erst rund 75 KM nach dem Beginn des Anstiegs auf 2040m. Um diese Zeit ist der Pass naturlich geschlossen, das stand auch unten angeschrieben, aber neugierig wie ich bin, wollte ich wissen was geschlossen heisst: ich bin auch in den Alpen schon Passe gefahren, die geschlossen waren, wenn sich der Schnee oben auf den letzten KM beschraenkt - kein Problem. Aber die Transfagaras war und ist ein Biest. Nach etwa 64 KM und auf 1580m Hoehe war Schluss, wirklich Schluss: dichte, hohe Schneewande tuermten sich auf, da war kein Weiterkommen - gut, aber der Weg dorthin war beeindruckend, wild, einsam, aber auch kalt und unwirtlich. Zurueck musste ich auf dem gleichen Weg. Von der anderen Seite, also von hier, Fagaras, aus, sieht es aehnlich aus: das weiss ich von zwei Polen, den ersten Radfahrern, die ich in den 4 Wochen getroffen habe - gut, ich glaube den Versuch von dieser Seite muss ich nicht wagen....wobei hier im Norden faellt das Massiv viel steiler ab, es ware also moeglich. So wie ich mich momentan fuehle ist aber gar nicht moeglich, ausser langsames Gehen, Sitzen und Liegen.
Da es also wie beschrieben "Transfagaras" nicht moeglich war das Massiv zu queren, bin ich einen ebenfalls schoenen, aber dichter befahreneren Weg weiter oestlich gefahren. Da bin ich unter anderem am Dracula Schloss in Bran vorbeigekommen - ein Riesentouristennepp. Aprpos Touristen: seit letztes Wochenende herrscht hier Ausnahmezustand: durch eine wundersame Fuegung war da naemlich Ostern fuer alle in Rumaenien. Man erzaehlte mir, dass das Osterfest alljahrlich "festgelegt" wird, so dass die verschiedenen Religionsgemeinschaften gemeinsam feiern koennen. Ich habe das noch nicht ganz begriffen - egal, Effekt ist: die Woche haben viele Rumanen frei, weil der erste Mai heute ebenfalls Feiertag ist und morgen als Brueckentag gut taugt. Ganz ehrlich hoffe ich, die Rumanen kehren bald zur Arbeit zurueck, die Strassen sind dann viel ruhiger.
Zum weiteren Weg: wenn ich wieder feste Nahrung bei mir behalte, geht es in einem Bogen ueber Hermannstadt nach Timoswara, weiter durch Siebenbuergen. Der Weg, den ich gestern gefahren bin, hat mir dabei schon Appetit (nur im uebertragenen Sinne!) auf mehr gemacht - huegelige Strecken, wunderschoene Taeler, ein bisschen wie das Kraichgau, nicht ganz sooo lieblich...dafuer mit vielen Kirchenburgen, die die Siebenbuerger Sachsen hierher gestellt haben.
So, langer Eintrag, wieder keine Bilder, sorry. Ich versuche noch ein bisschen Fagaras zu verkunden, immerhin der Ort, an dem das Buch, dass ich hier die ganze Zeit gelesen habe spielt: Der gekoepfte Hahn von Eginal Schlattner.

Dienstag, 29. April 2008

Kronstadt

Heute nur ein kurzer Gruss aus Brasov in den Suedkarpaten. Ja, ich bin am Ziel mitten in den Karpaten. Leider kann ich hier nicht so lange schreiben. Das Internet Cafe ist sehr zentral gelegen und ich habe kein gutes Gefuehl mit dem Rad vor der Tuer ausser meiner Sichtweite. Aber die naechsten Tage kommen einige kleiner Staedte auf dem Weg, ich hoffe dann ergibt es sich fuer einen laengeren Bericht.

Mittwoch, 23. April 2008

G'schafft


Nach mehr als 2.500 KM lege ich heute meinen ersten Ruhetag ein, hier im schoen gelegenen Badeort Baile Herculane, Rumänien. Seit dem letzten Blogeintrag ist eine Menge passiert. Der Teil Bosniens, in dem ich vor ein paar Tagen war, war recht anstrengend zu bereisen: zum einen war meine Landkarte wohl noch auf Vorkriegsstand, neuere sind nicht zu haben, die Bevoelkerung war auch meist sehr zurueckhaltend mit Auskuenften. Ich war irgendwie froh, als ich Kroatien wieder erreicht hatte. Zwar ging es dort u. a. durch das vom Krieg arg zerstoerte Vukovar an der Donau, aber ich war raus aus den Bergen, an der Donau, es war warm und ich happy.
Ich fuhr an der Donau entlang nach Ilok, ein sehr bekannter Weinort, ich konnte nicht umhin auch eine Weinkellerfuehrung mitzumachen. Ich muss sagen, ich bin sehr angetan: sehr gute Gewuerztraminer, eher als Desertweine ausgebaut, aber sehr schoen fruchtig. Kroatien als Thema fuer eine Weinprobe sollte man mal ueberlegen.
Anschliessend ging es nach Serbien: ueber Novi Sad an der Donau, nach Titel an der Theiss, durch die Woywodina. Ein sehr fruchtbarer Landstrich, total eben. Die Menschen dort sind mir sehr freundlich begegnet, vielen waren vor dem Krieg in Deutschland.
Seit vorgestern bin ich nun quasi dort angekommen, wo ich hinwollte, in Rumänien, ganz zu den Karpaten vorgedrungen bin ich noch nicht, aber so nahe war ich noch nie dran. Gegenueber den Balkanlaendern, in ich bislang durchfahren habe, scheint es hier auf der einen Seite einfacher auf der anderen schwieriger zu sein. Einfacher, weil die Sprache doch erheblich einfacher zu verstehen und zumindest beim Lesen zu erraten ist, das konnte man bei Yugoslawisch vergessen. Die Versorgungssituation auf dem Rad koennte etwas schweiriger sein: in YU gab es in jeden Kuhdorf einen Laden mit den noetigsten Lebensmitteln. Hier ist das bisher eher duerftig - in manchen Doerfern gibt es einfach nichts, da muss ich ganz anders planen und mehr Vorraete auf dem Rad schleppen.
Aber heute ist ja erst mal Pause angesagt. Baile Herculane ist bestens dafuer geeignet, nicht zu gross bietet es doch alles was ich so brauche an einem Ruehtag, inklusive der Baeder, die es bekannt gemacht haben und die schon 2000 Jahre alt sind. So schliesst sich ein Kreis von Baden-Baden nach Baile Herculane.

Donnerstag, 17. April 2008

Banja Luka, Republic of Srpska


Mitten im Balkan gelandet. Ich bin heute hier in Banja Luka, Bosnien, BiH, eingerollt. Die letzten Tage waren eindrucksvoll und anstrengend. Von Ljubliana bin ich ueber Crnomelj und Josipdol zu den Plittwitzer Seen, Kroatien, geradelt. Danach wollte ich auch mal ans Meer, also raus aus den Bergen ueber Gospic nach Karlobag, etwa 50 KM am Meer entlang und ueber Jasenice wieder in die Berge nach Gracac. Am naechsten Tag ueber eine gruene, hm, also keine offizielle Grenze, nach Kulen Vakuf, BiH. Heute ging es bergig weiter von Bosanksi Petrovac eben hierher nach Banja Luka.
Diese Aufzaehlung zeigt natuerlich nicht welche Eindruecke und Erlebnisse auf meinem Weg lagen. Kroatien bot schon einen Eindruck von den Zerstoerungen des Krieges, zerschossene Haeuser, verlassene Doerfer, Kriegsdenkmaeler an jedem Passuebergang ins naechste Tal. Dazu passte die rauhe Witterung in den Bergen. Die Adria bot hierzu eine willkommene Abwechslung, dort spuert man nichts von alledem. Hier in BiH begegnet einem der Krieg und die Saeuberungen noch mehr, siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Republika_Srpska
Aber es gibt jeden Tag auch lustige Episoden, so gestern der illegale Grenzuebrtritt irgendwo auf einem Waldweg oberhalb von Kulen Vakuf ...
Das Reisen in BiH ist einerseits einfach, viele junge Leute sprechen deutsch, weil sie in D wahrend des Krieges gelebt haben. Auf der anderen Seite ist hier touristisch alles unterbelichtet, was mich nur abends stoert, wenn Zimmer nur sehr spaerlich bis gar nicht zu finden sind, zum Zelten war es die vergangenen Tage noch zu kalt und feucht. Ich hoffe das gibt sich.
Heute geht es nur noch etwa 15 KM weiter, dort soll es eine der wenigen Uebernachtungsmoeglichkeiten geben, da heisst es dann nicht, schau ich mir mal an, sondern alles klar, nehm ich!!!
Sorry, Bilder Upload hat auch hier nicht geklappt...

Samstag, 12. April 2008

Ueber den Alpen

Ich bin heute in Laibach besser bekannt als Lublijana eingelaufen, es regnet, was seit 2,5 Tagen nichts Neues ist - Adria-Tief heisst das hier. Was geschah in den letzten Tagen. Viel!! Nachdem der Rahmen wieder heil war, fuhr ich noch am selben Abend bis Lavant, ich musste Lienz endlich verlassen, das Rumsitzen hat mich ganz verrueckt gemacht.
Am naechsten Tag ging es bei gutem Wetter ueber die Alpen: Gailbergsattel, Ploeckenpass und schliesslich ueber den Passo Predil (Predelpass) nach Slowenien. Kaum war Slowenien erreicht fing es an zu regnen und bis auf wenige regenfreie Stunden hat sich daran nichts geaendert; aber so ist der April eben ;-)
Dennoch war es nicht weniger spannend: gestern morgen beispielsweise habe ich mit total betrunkenen (erste Biere und Schnaepse beim Fruehstueck wurden ohne mit der Wimper zu zucken weggekippt...) Schafhirten beim morgendlichen Stallausmisten geholfen - atmosphaerisch ueberwaeltigend; da die Trinkerei echt ein bisschen heftig wurde, beschloss ich gegen Mittag mich doch noch aufs Rad zu schwingen und ein paar Kilometer im Regen zu versuchen - nachdem ich mich mal dran gewoehnt hatte, war es auch kein Problem mehr. Am Schlimmsten ist der erste KM, dann realisiert man, dass es zu nass keine Steigerung gibt und pedaliert weiter, alle 2 Stunden beglueckt man ein Cafe mit seiner tropfenden Anwesenheit und sorgt fuer Gespraechsstoff an der Bar.
Es ist nicht alles grau: gestern abend hatte ich z. B. wie immer am Freitagabend meine 3 Saunagaenge einlegen koennen, denn der "Bauernhof", auf dem ich naechtigte hatte gerade einen kraeftigen Upgrade bekommen und ich musste die Sauna unbedingt testen.
Heute wie gesagt Lublijana, seit alters her eine Durchgangsstadt, auch fuer mich. Ab morgen geht es richtig gen Osten: Karlovac, dann weiter Richtung Winnetou-Land (Plittwitzer Seen) und in die Kraijina.
Ich habe mich ueber die Kommentare gefreut und werde versuchen auch zu antworten. Keep on blogging. Ich hoffe, dass ich auch bald ein paar Bilder hochladen kann, aber das ist eben nicht ganz so einfach, schreiben dagegen schon.

Mittwoch, 9. April 2008

Rahmenbruch



Ja, Rahmenbruch, kein Scherz! Das aufwendig restaurierte Cannondale Beast of the East erlitt gestern 10KM unterhalb des Felbergtauerntunnels auf der Abfahrt nach Matrei in Osttirol einen RAHMENBRUCH. Hinten Zahnkranzseite in der Nähe des Ausfallendes... Tja, fühlt sich dann merkwürdig weich an, wenn man mit gebrochenem Rahmen weiterfahren muss. Bis Matrei habe ich es noch geschafft, dann ging es im Postbus nach Lienz. Hier bin ich nun dabei nach einer Lösung zu suchen: der erste Radhändler wollte mir schnell ein ganz neues Rad verkaufen; beim zweiten, Gernot, einem echten Schrauber, habe ich gestern Stunden verbracht, in denen wir nach einer Lösung gesucht haben: er wollte die Komponenten auf einen anderen Rahmen umschrauben, schließlich sind wir an den Cannondale Besonderheiten (Gabelschaftdurchmesser) gescheitert. Nun ist das Rad beim Wasserwerk. Kein Witz: die verstehen da was vom Alu-Schweißen und wollen nun alles versuchen...
Heute sitze ich hier erst mal fest, die haben nicht gerade drauf gewartet meinen Rahmen zu reparieren. Ich habe natürlich einige Bedenken, ob die Konstruktion hält zumal ja noch ein paar Kilometerchen vor mir liegen. Was, wenn der Bock mir in Rumänien unterm Hintern wegbricht??? Ein wirklich vernünftiges Reiserad bekommt man hier aber auch nicht aus dem Hut gezaubert, verflixte Situation. Aber nun schau ich eben mal. Ich habe zumindest heute viel Zeit zum Bloggen, Lienz Anschauen und Relaxen, wobei letzteres nach den beiden eher kurzen Etappen (einmal wegen Schnee, einmal wegen eben dem Rahmenbruch) nicht notwendig ist.

Montag, 7. April 2008

In den Alpen



He, warum hat mir niemand gesagt, dass vor den Karpaten die Alpen kommen...;-)
Ok, ich hätte nicht diesen Weg wählen müssen: von KA ging es über den Schwarzwald (Rothaus Brauerei!!!), Schaffhausen, Bodensee, Losenpaß, Riedbergpaß, Oberjoch, Tannheimer Tal, Reutte, Wallgau, Achensee hierher nach Zell am Ziller. Puuuh. Das Wetter war teilweise extrem; letzte Nacht hat es in Achensee gut 30cm Neuschnee gegeben, jetzt scheint die Sonne, April in den Alpen eben. Aber das passt schon, ich gewöhne mich an den Radfahrrhythmus, fahre langsam wenn es schlecht Wetter ist und nehme mir mehr vor an schönen Tagen. Ein solcher soll morgen werden: ich fahre den Gerlospaß nach Mittersill und dann über die Felbertauernstrasse nach Lienz. Dann ist es nur noch ein Sprung über den Wurzen und ich bin in Slowenien. Die Alpen sind schön, aber im April auch sehr hart...
Gedanklich habe ich schon beachtlichen Abstand zwischen mich und den Alltag gebracht und ich bin nicht mal eine Woche unterwegs: ich genieße jeden Tag draußen zu sein, die meisten Menschen begegnen mir freundlich, wenn auch verwundert über den frühen Alpenüberquerer.

Dienstag, 1. April 2008

...jetzt aber

Da ich den gestrigen Montag mit der Regelung meines österlichen "Fahrrad-Hunde-Unfalls" verbringen durfte, geht es nun erst morgen los. Ein Tag früher oder später spielt bei 180 Tagen Auszeit nicht so die Rolle.

Die Taschen sind alle gepackt, morgen früh nach dem Frühstück steige ich auf das Rad und fahre los, gen Süden in den Schwarzwald. Neues erstes Ziel ist nun der Brandenkopf, eine Erhebung im mittleren Schwarzwald, oberhalb des Harmersbacher Tals. Dem F-Team ist der Berg sehr vertraut: hier wurde die eine oder andere Attacke gefahren...., hm, Marco, kannst du noch mal die Geschichte erzählten, wie du damals am Mähdräscher vorbei angegriffen hast, F-lori die warmen Mahlzeiten dort oben verpasst hat und später DIE Andrea Berg da war...

Morgen wird an diesem Berg ein neues Kapitel Radfahrgeschichte geschrieben.

Sonntag, 30. März 2008

Es geht los - bald

Zunächst viele Grüße an meine Kollegen der Dr. Peter & Company AG; es fiel mir nicht leicht die Bürotür letzten Freitag hinter mir zuzuziehen.

Das Wochenende fühlt sich an wie jedes Wochenende. Tolles Wetter, das ich zu einer kleinen Ausfahrt (Rhein-Murg-Hardtwald-Runde) mit Marco genutzt habe - Grundlagenausdauertraining... davon gibt es die nächsten Wochen noch reichlich ;-)

Morgen werde ich meine Taschen packen, letzte Besorgungen erledigen und dann am Dienstag losfahren. Kein Aprilscherz!

Die erste Etappe führt mich in den heimatlichen Schwarzwald, Richtung Badner Höhe. Bekanntes Revier für die ersten Kilometer auf dem Weg zu den Karpaten; aber genau so habe ich es mir ja vorgestellt: vor der Haustüre losfahren!

Dienstag, 18. März 2008

Reisziel


Das ist mein Reiseziel, die Karpaten, ein Hochgebirge in Osteuropa.

Dienstag, 4. März 2008

Eröffnung

Noch 4 Wochen bis zum Start meiner Auszeit. Ich habe mich entschlossen, Erlebnisse in Form eines Blog zu kommunizieren. Ich bin gespannt, wie das funktioniert.