Sonntag, 18. Mai 2008

Durch die Ostkarpaten




Nach langer Zeit habe ich mal wieder Zugang zum Internet und das moechte ich natuerlich nutzen, um ein enig von meiner Tour zu erzaehlen.
Zunaechst was fuer die Zahlenfreaks: Stand gestern Abend in Cluj (=Klausenburg) habe ich mittlerweile ueber 5.200 KM und ueber 52.000 HM zurueckgelegt. Ich bin jetzt wie gesagt in Cluj und bleibe hier auch eine Weile, zum einen um mal ein paar Tage vom Biken auszuruhen, zum anderen, weil am Mittwoch mein Kollege Martin aus Deutschland nach Cluj kommen wird und wir ein paar Tage im Apuseni-Gebirge wandern moechten.
Doch zurueck zur Tour. Die letzten 10 Tage waren landschaftlich, kulturell und menschlich die schoensten bisher. Die Ostkarpaten sind nicht ganz so hoch wie die Suedkette bei Fagarasch, aber eben viel zugaenglicher, man faehrt wirklich durch die Berge durch, was wegen des vielen Schnees im Sueden ja einfach nicht moeglich war. Dadurch hatte ich viel staerker das Gefuehl in den Bergen zu sein und nicht nur drumrum zu fahren. Kulturell bieten die Regionen Moldova, Bukovina und Maramures einiges. Man verlaesst Siebenbuergen mit den Kirchenburgen und sieht stattdessen orthodoxe Kloester, z. B. in Humor (UNESCO-Weltkulturerbe) oder die Holzkirchen der Maramures-Region.
Am meisten beeidruckt haben mich dort oben im Nordosten aber die Menschen. Die Region ist noch sehr traditionell gepraegt, man sieht die Menschen jeden Tag auf der Strasse, bei der Arbeit, die Reaktion auf mich als Radfahrer waren immer sehr freundlich und neugierig. Und dann nicht zuletzt die fuer mich nicht gekannte Gastfreundschaft. Ich bin jetzt schon die zweite Nacht in Folge eingeladen worden zum Essen, Duschen, Uebernachten. Die Menschen hier habe ich das Gefuehl sind stolz darauf, mir zeigen zu koennen, wie ihr Land wirklich ist; sie wissen sehr wohl um das teilweise negative Image von Rumaenien im Ausland - aber seht her, es ist eben nicht ueberall so! Ich geniese es, die Kommunikation ist manchmal schwierig, aber ich nehme wie es kommt, wissend, dass ich in ein paar Tagen wieder auf dem Rad sitze und es ganz anders sein wird.

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