Aber der Reihe nach:
Am Mittwoch gegen Mittag hat mich Marc in Cluj-Napoca (Klausenburg) am Flughafen abgeholt und kurz darauf saßen wir beide auch schon in unserem Mietwagen (VW Fox) und sind in Richtung Apuseni-Gebirge losgefahren. Das Apuseni-Gebirge liegt praktisch nördlich von den Südkarpaten und westlich von den Ostkarpaten.
Die Wanderungen, die wir von dort aus gemacht haben waren spitze. Die Natur in diesem Gebiet ist fast komplett unberührt und man fühlt sich fast um ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt. Ein absolutes Highlight war sicherlich die Scarisoara Eis Höhle. Man kann sich das wirklich nur schwer vorstellen geschweige denn beschreiben: Wir standen oberhalb eines Trichters der in der Erde verschwindet - ganz oben am Rand waren es gefühlt vielleicht 18°C und je weiter wir in diesen Trichter hinab gestiegen sind, desto kälter wurde es bis die Temperatur schließlich 0°C erreichte und wir in mitten von Schnee- und Eisformationen standen.
Das Einzige was die idyllische Ruhe in diesem Gebiet ein bisschen gestört hat, waren die Teilnehmer der Ralley "Superkarpata", die parallel zu unserem Aufenthalt mit ihren schweren Geländewagen durch das Apuseni-Gebirge rasten. In diesem Zusammenhang sei nur angemerkt, dass es doch sehr bedauerlich ist, wie sich einige Landsleute im Ausland benehmen (in diesem Sinne schöne Grüße nach Böblingen)…
Nach zwei Tagen im Aries-Tal sind wir schließlich weiter mit unserem Wagen in Richtung Chiscau gefahren, wo wir zunächst die Urşilor Höhle (Peştera Urşilor in rumänisch oder auch Bears' Cave nach den dort gefundenen Höhlenbären benannt) besichtigt haben.
Die Region um Padis ist traumhaft schön. Leider hat das Wetter nicht so wirklich mitgespielt, so dass unsere Wanderversuche immer wieder unterbrochen wurden. Am übelsten hat es uns schließlich am Freitagnachmittag getroffen, als wir eine kleine Rundtour um unsere Herberge geplant hatten, welche in einem gigantischen Wolkenbruch endete. Das Resultat war, dass sowohl die Kleidung von Marc als auch von mir komplett durchweicht war. Hier muss natürlich erwähnt werden, wie wandelungsfähig plötzlich unser Mietwagen war.
Am Samstag ging es dann – nachdem unsere Kleidung wieder trocken war – mit dem Wagen in Richtung Cluj. Auf dieser Strecke hatte ich das ein oder andere Mal richtig Angst um unser Auto. Die Straßen auf diesem Abschnitt sind teilweise so schlecht, dass der Wagen mehrfach mit der Karosserie aufsetzte und ein übles Knirschen des Unterbodens zu vernehmen war. Hier wurde mir auch bewusst, warum die Rumänen am liebsten Gebrauchtwagen in Deutschland kaufen. Die Straßen bei uns sind im Vergleich zu rumänischen Straßen in einem sehr guten Zustand und die Autos natürlich dementsprechend nur wenig verschlissen. Die Ursachen für die schlechten Straßen sind dabei vielfältig: Einerseits sind, wie Marc schon beschrieben hat, viele Straßen nicht geteert, andererseits erfolgt in einzelnen Landstrichen aber auch eine intensive Holzwirtschaft, mit der Folge dass das Holz über die sowieso schon schlechten Straßen mit riesigen LKWs abtransportiert wird.
Insgesamt war mein Aufenthalt in Rumänien natürlich viel zu kurz. Aber ich gehe schon einmal fest davon aus, dass ich nächstes Jahr wieder in Rumänien sein werde und ein bisschen weiter wandern werde... zu Erkunden gibt es eine Menge!






