Freitag, 30. Mai 2008

Wandern im Apuseni

So lieber Marc es ist mir natürlich eine große Ehre in Deinem Blog kurzfristig als Co-Autor auftreten zu dürfen :-)! Um es vorab direkt zu sagen: Die Zeit in Rumänien war einfach genial - auch wenn uns das Wetter das ein oder andere Mal auf dem falschen Fuß erwischt hat. Im Nachhinein hätte ich gerne noch ein paar Tage drangehängt!

Aber der Reihe nach:

Am Mittwoch gegen Mittag hat mich Marc in Cluj-Napoca (Klausenburg) am Flughafen abgeholt und kurz darauf saßen wir beide auch schon in unserem Mietwagen (VW Fox) und sind in Richtung Apuseni-Gebirge losgefahren. Das Apuseni-Gebirge liegt praktisch nördlich von den Südkarpaten und westlich von den Ostkarpaten. Bei den Rumänen wird es selber als der Geheimtipp für Wanderbegeisterte gehandelt. (Im Nachhinein weiß man auch warum!) Wer ein bisschen mehr über die Region erfahren möchte, sollte sich die Webseite www.apuseni.de ansehen. Allein das Motto der Seite umschreibt schon sehr gut, was wir in den paar Tagen erlebt haben: "Entdeckungsurlaub in den Karpaten abseits ausgetretener Touristenpfade".

Die ersten zwei Tage haben wir in einer kleinen Pension in der Nähe von Gîrde de Sus im Aries-Tal gewohnt. Die Unterkunft war ein absoluter Glücksgriff. Ich habe ehrlich gesagt noch nie so gastfreundliche Vermieter kennengelernt. Die Kommunikation war zwar nur mit Händen und Füßen möglich - aber dank eines kleinen Wörterbuchs, dass die wichtigsten Sätze des Alltags enthielt, haben wir auch dies ganz gut gemeistert. Immerhin haben wir es geschafft unserem Vermieter klar zu machen, dass wir keine Pálinka (Pflaumenschnaps) trinken möchten und Mămăliga (eine Art Polenta mit Käsefüllung) unser Lieblingsessen ist. Apropos Pálinka - das werde ich vermutlich nie vergessen: Zu jeder Mahlzeit wurde Pálinka serviert - sogar zum Frühstück. Unsere Vermieter wollten uns hier sicherlich etwas Gutes tun und haben deshalb beim Servieren der Mahlzeiten auf alle übrigen Getränke verzichtet und uns nur Pálinka angeboten. Als durchschnittlicher Mitteleuropäer ist man so etwas jedoch nicht unbedingt gewohnt :-) Auf dem Bild sieht man unseren Vermieter und die Pension in der wir gewohnt haben.


Die Wanderungen, die wir von dort aus gemacht haben waren spitze. Die Natur in diesem Gebiet ist fast komplett unberührt und man fühlt sich fast um ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt. Ein absolutes Highlight war sicherlich die Scarisoara Eis Höhle. Man kann sich das wirklich nur schwer vorstellen geschweige denn beschreiben: Wir standen oberhalb eines Trichters der in der Erde verschwindet - ganz oben am Rand waren es gefühlt vielleicht 18°C und je weiter wir in diesen Trichter hinab gestiegen sind, desto kälter wurde es bis die Temperatur schließlich 0°C erreichte und wir in mitten von Schnee- und Eisformationen standen. Das Ganze ging dann in eine Höhle über wo wir allerdings nur den Eingangsbereich erkunden konnten, da die Höhle offiziell nicht geöffnet und damit auch nicht beleuchtet war.
Das Einzige was die idyllische Ruhe in diesem Gebiet ein bisschen gestört hat, waren die Teilnehmer der Ralley "Superkarpata", die parallel zu unserem Aufenthalt mit ihren schweren Geländewagen durch das Apuseni-Gebirge rasten. In diesem Zusammenhang sei nur angemerkt, dass es doch sehr bedauerlich ist, wie sich einige Landsleute im Ausland benehmen (in diesem Sinne schöne Grüße nach Böblingen)…

Nach zwei Tagen im Aries-Tal sind wir schließlich weiter mit unserem Wagen in Richtung Chiscau gefahren, wo wir zunächst die Urşilor Höhle (Peştera Urşilor in rumänisch oder auch Bears' Cave nach den dort gefundenen Höhlenbären benannt) besichtigt haben. Die Höhle ist wirklich sehenswert und wohl auch die bekannteste Tropfsteinhöhle in Rumänien. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass der Tourismus hier vollends entwickelt ist… die Souvenirstände beim Verlassen der Höhle sind kaum zu übersehen. Nicht umsonst waren wir sehr froh, als wir wieder im Auto saßen und erneut in Richtung Gebirge unterwegs waren. Diesmal lag unser Tagesziel auf dem Hochplateau in der Nähe von Padis. Die Berghütte in der wir übernachtet haben war auch sehr nett – allerdings vom Service und Komfort natürlich nicht vergleichbar mit unserer ersten Pension.
Die Region um Padis ist traumhaft schön. Leider hat das Wetter nicht so wirklich mitgespielt, so dass unsere Wanderversuche immer wieder unterbrochen wurden. Am übelsten hat es uns schließlich am Freitagnachmittag getroffen, als wir eine kleine Rundtour um unsere Herberge geplant hatten, welche in einem gigantischen Wolkenbruch endete. Das Resultat war, dass sowohl die Kleidung von Marc als auch von mir komplett durchweicht war. Hier muss natürlich erwähnt werden, wie wandelungsfähig plötzlich unser Mietwagen war. Unser VW Fox war von nun an nicht mehr nur Fortbewegungsmittel sondern zugleich ein überdimensionaler Wäschetrockner auf vier Rädern. Man glaubt gar nicht wie praktisch die große Frontablage von so einem kleinen Auto sein kann. Da haben die VW Ingenieure doch endlich einmal im Sinne der Outdoorfreaks gearbeitet. ;-)

Am Samstag ging es dann – nachdem unsere Kleidung wieder trocken war – mit dem Wagen in Richtung Cluj. Auf dieser Strecke hatte ich das ein oder andere Mal richtig Angst um unser Auto. Die Straßen auf diesem Abschnitt sind teilweise so schlecht, dass der Wagen mehrfach mit der Karosserie aufsetzte und ein übles Knirschen des Unterbodens zu vernehmen war. Hier wurde mir auch bewusst, warum die Rumänen am liebsten Gebrauchtwagen in Deutschland kaufen. Die Straßen bei uns sind im Vergleich zu rumänischen Straßen in einem sehr guten Zustand und die Autos natürlich dementsprechend nur wenig verschlissen. Die Ursachen für die schlechten Straßen sind dabei vielfältig: Einerseits sind, wie Marc schon beschrieben hat, viele Straßen nicht geteert, andererseits erfolgt in einzelnen Landstrichen aber auch eine intensive Holzwirtschaft, mit der Folge dass das Holz über die sowieso schon schlechten Straßen mit riesigen LKWs abtransportiert wird. An einigen Ecken fühlt man sich somit fast in eine Mondlandschaft versetzt, da vor einem nur noch ein Meer von Baumstümpfen sichtbar ist. Die Einheimischen scheint dies wenig zu stören – schade eigentlich, da gerade die unberührte Natur den Reiz der Region ausmacht.

Insgesamt war mein Aufenthalt in Rumänien natürlich viel zu kurz. Aber ich gehe schon einmal fest davon aus, dass ich nächstes Jahr wieder in Rumänien sein werde und ein bisschen weiter wandern werde... zu Erkunden gibt es eine Menge!

Die huegeligen Beskiden


Ja, kaum zu glauben, aber nach 5 schoenen aber auch harten Tagen habe ich heute die Ukraine wieder verlassen - ich durfte sie verlassen, was nicht so leicht ist. Das erklaert sich folgendermassen: sowohl bei dem Grnezuebergang von Rumaenien in die Ukraine als auch von der Ukraine nach Polen duerfen Fahrraeder die Grenze nicht passieren. Die Rumaenen und Polen haben diese Regel nicht gemacht, sondern die Ukrainer. Und so sass ich auch heute wieder bei einem Polen im Auto, mein Rad hinten drin, offener Kofferraum in einem VW Passat - das geht dann naemlich. So was bescheuertes wie die Ukrainischen Grenzbeamten hat die Welt noch nicht gesehen. FUCK THEM! Sorry, das musste gesagt sein - ich habe an der Grenze auch geflucht, verstanden hat mich eh niemand wie in den letzten 5 Tagen... Ja die Ukrainer sind sehr nett, keine Probleme, verstaendigt haben wir uns mit Haenden und Fuessen und ein paar Brocken Englisch, ausserdem spreche ich ganz passabel Ukrainisch, hahaha...dobri den!
Im Ernst, es war sehr schoen, landschaftlich setzt sich natuerlich das fort, was ich aus Nordrumaenien kannte, dennoch waren die Erfahrungen sehr, wie soll ich sagen, es waren sehr viele Eidnruecke in einer so kurzen Zeit, abends liegt man im Bett und denkt sich, puuh, kann soviel an einem Tag passieren??? Wie zum Beispiel an meinem ersten Tag, ein junger Ukrainer sieht mich auf dem Rad, zieht seine Radklamotten an und begleitet mich auf seinem Trek Discovery Channel Team Edition Rennrad 40 KM auf loechrigen Ukrainischen Strassen (die uebrigens sonst nicht schlechter sind als die in Rumaenien!).
Ja, so war jeder Tag sehr erlebnisreich, daneben bin ich viel Rad gefahren, zweimal 160 KM hintereinander. Heute will ich es lockerer angehen lassen: es sind noch 20 Km zu meinem heutigen Ziel Ustrzyki Gorne, das ist im aeussersten Ostzipfel Polens, einen Steinwurf in die Ukraine und die Slowakei.
Dorthin treibt es mich morgen weiter, das Wetter ist schon seit Tagen sonnig und heiss, die Strecke wird anspruchsvoll wellig, die grossen Berge der Tatra sind noch ein Stueckchen weg. Uebermorgen werde ich mal wieder die Beine hochlegen, Ruhetag einlegen, bevor ich meine grosse Schleife durch die Slowakei ziehen werde. Wie es dann weiter geht kann ich noch nicht genau sagen. Ich schaetze ich fahre der polnisch-tschechischen Grenze entlang und komme irgendwo im Erzgebirge raus. Dann noch ein Stueckchen durch Deutschland.
Ha, da faellt mir noch was ein: fuer die Tage in Deutschland kann man mich auf meiner Tour ein Stueck begleiten. Ich werde fruehzeitig bekannt geben, wo ich nach Deutschland rein und rum fahre und dann packt jeder der Lust hat sein Rad, setzt sich in den Zug und faahrt ein Stueck mit mir. Na, jemand Interesse???

Sonntag, 25. Mai 2008

Auf in die Ukraine

Die letzten Tage war ich Martin im Apuseni-Gebirge, eine geniale Wander- und Entdeckungstour. Martin wird fuer diesen Part den Blog schreiben und meine Bilder einstellen (...also dran bleiben und auf den Blog schauen): ich freue mich zu lesen, welche Eindruecke er von hier mitgenommen hat. Fuer mich war es eine sehr schoene Abwechslung zum Biken.

Heute nachmittag geht es ein Stueck per Zug in den Norden Rumaeniens, nach Satu Mare: die Strecke kenne ich schon von meiner Fahrt hierher nach Klausenburg, daher waehle ich diesmal den Zug, die grosse Europastrasse waere die einzige Alternative, und die will ich mir nicht geben.

Es bleibt auch so spannend, morgen ueberschreite ich die Grenze zur Ukraine in Halmeu. Mal sehen was mich erwartet...

Sonntag, 18. Mai 2008

...und wie geht es weiter?

Bis naechsten Sonntag gar nicht, also gar nicht mit dem Rad. Martin und ich werden sicher auch einiges beim Wandern erleben.
Danach geht es weiter, wahrscheinlich nehme ich ausnahmsweise (ich muesste sonst die identische Strecke, die ich in den letzten 2 Tagen gefahren bin zurueckfahren) den Zug nach Satu Mare. Von dort will ich in die Ukraine um weiter dem Karpatenbogen zu folgen. Auf das Stueck Ukraine bin ich gespannt, bisher habe ich nicht mal eine Karte von der Gegend, noch ist sicher, ob der Grenzuebergang, den ich anpeile offen ist (2 andere, die ich eigentlich ansteuern wollte, sind geschlossen, wie ich inzwischen herausgefunden habe).
Aber das Kartenproblem erledigt sich mit Martins Ankunft am Mittwoch, also kann es weiter gehen. Grob werde ich dann weiter durch die Slowakei und Polen wohl irgendwann wieder im Osten Deutschlands auftauchen. Aber das ist noch ein langer Weg und daran denke ich jetzt noch nicht.

Durch die Ostkarpaten




Nach langer Zeit habe ich mal wieder Zugang zum Internet und das moechte ich natuerlich nutzen, um ein enig von meiner Tour zu erzaehlen.
Zunaechst was fuer die Zahlenfreaks: Stand gestern Abend in Cluj (=Klausenburg) habe ich mittlerweile ueber 5.200 KM und ueber 52.000 HM zurueckgelegt. Ich bin jetzt wie gesagt in Cluj und bleibe hier auch eine Weile, zum einen um mal ein paar Tage vom Biken auszuruhen, zum anderen, weil am Mittwoch mein Kollege Martin aus Deutschland nach Cluj kommen wird und wir ein paar Tage im Apuseni-Gebirge wandern moechten.
Doch zurueck zur Tour. Die letzten 10 Tage waren landschaftlich, kulturell und menschlich die schoensten bisher. Die Ostkarpaten sind nicht ganz so hoch wie die Suedkette bei Fagarasch, aber eben viel zugaenglicher, man faehrt wirklich durch die Berge durch, was wegen des vielen Schnees im Sueden ja einfach nicht moeglich war. Dadurch hatte ich viel staerker das Gefuehl in den Bergen zu sein und nicht nur drumrum zu fahren. Kulturell bieten die Regionen Moldova, Bukovina und Maramures einiges. Man verlaesst Siebenbuergen mit den Kirchenburgen und sieht stattdessen orthodoxe Kloester, z. B. in Humor (UNESCO-Weltkulturerbe) oder die Holzkirchen der Maramures-Region.
Am meisten beeidruckt haben mich dort oben im Nordosten aber die Menschen. Die Region ist noch sehr traditionell gepraegt, man sieht die Menschen jeden Tag auf der Strasse, bei der Arbeit, die Reaktion auf mich als Radfahrer waren immer sehr freundlich und neugierig. Und dann nicht zuletzt die fuer mich nicht gekannte Gastfreundschaft. Ich bin jetzt schon die zweite Nacht in Folge eingeladen worden zum Essen, Duschen, Uebernachten. Die Menschen hier habe ich das Gefuehl sind stolz darauf, mir zeigen zu koennen, wie ihr Land wirklich ist; sie wissen sehr wohl um das teilweise negative Image von Rumaenien im Ausland - aber seht her, es ist eben nicht ueberall so! Ich geniese es, die Kommunikation ist manchmal schwierig, aber ich nehme wie es kommt, wissend, dass ich in ein paar Tagen wieder auf dem Rad sitze und es ganz anders sein wird.

Samstag, 10. Mai 2008

Perle Transsylvaniens


SO. Heute ist Ruhetag und ich bin sehr entspannt, das hat verschiedene Gruende:
das Wetter ist schoen (Anmerkung: der rumaenische Wetterdienst sagt jeden Tag Regen vorher, auf der Wetterkarte sieht das immer aus wie Dauerregen, bislang war es immer so, dass es hoechstens mal ein paar Tropfen macht).
Dann habe ich eine tolle Unterkunft gefunden: die Pension Sighisora.
Ausser einigen kleinen Rundgängen durch Schaessburg und die umgebenden Huegel habe ich bisher nicht viel gemacht, was aber auch gut ist an einem Ruhetag...Das Fahrrad habe ich durchgecheckt, Bremsbelaege sind gewechselt, sonst ist zum Glueck alles noch heil.
Morgen geht es weiter gen Osten, dort warten die Ostkarpaten, die ich in den nächsten 10 Tagen mehrmals über- und durchqueren möchte. Dabei komme ich auch recht nahe an die Ukraine und ueberlege, wie ich den dortigen Karpatenbogen in die Tour einbinde. Das haengt ein wenig davon ab, ob ich noch eine gescheite Strassenkarte finde - dummerweise habe ich mich darauf verlassen, dass es hier welche gibt, aber hier gibt es an jeder Tanke Karten von Deutschland, Frankreich und der tuerkischen Riveria (wusste nicht, dass die Tuerken sowas haben), aber eben nicht vom lieben Nachbarn Ukraine. Naja mal sehen, ich hoffe, dass wenn ich weiter im Norden Rumaeniens bin der Bedarf an Karten von der Ukraine zunimmt. Oder spiegelt der Mangel an Karten den Mangel an zu kartografierenden Dingen, z. B. Strassen wieder. Ich will es nicht hoffen. In diesem Sinne, ab morgen bin ich wieder im Wald und den Bergen.

Freitag, 9. Mai 2008

Strassenkunde


Ich bin in der Perle Transsylvaniens angekommen, in Schaessburg, daher habe ich Zeit und Muse fuer eine kleine rumaenische Strassenkunde. Dies sind eben so Dinge, die einen Tourenradler bewegen. Also...
Ich bin hier mit einer Strassenkarte Massstab 1:600.000 unterwegs (Huber-Verlag). Hierauf sind die Strassen farblich wie folgt eingeteilt. Rote, orange, gelbe und weiss markierte Strassen. Mit allen hatte ich bereits zu tun.
ROT: fuer den nicht lebensmueden Radler eigentlich ein "no go". Die roten sind meist als Europastrassen markiert und daher zwar sehr gut ausgebaut und meist schlaglochfrei, aber eben auch beim internationalen Durchgangsverkehr beliebt. Die LKW Fahrer nehmen auf Radler keine Ruecksicht. Der einzige Vorteil, den man als Radler aus den eng an einem vorbei fahrenden LKW ziehen kann, ist der Luftzug, der einem mitreisst...gut, gefaehrliches Spielchen.
ORANGE: meist ganz gut zum Radfahren geeignet, gut ausgebaut, zwar oft schlaglochgespickt, aber eben noch fahrbar. Der Verkehr haelt sich meist in Grenzen, wenn es genuegend rote Strassen gibt, auf denen die LKW sich tummeln.
GELB: ich habe gemischte Erfahrungen gemacht mit den gelben - OFT sind die Strassen kaum im Sitzen zu fahren, zu viele Loecher, zu unebener Belag. Auf der anderen Seite oft verdammt ruhig und idyllisch und abschnittsweise auch mal gut geteert.
WEISS: hahaha, das muss ein Witz des Kartographen sein. Teilweise denke ich, gibt es diese Strassen gar nicht, teilweise gibt es sie wohl, aber in einer Qualität, die dem eines Feldweges nicht entspricht. Nach einigen Experimenten bin ich dazu uebergegangen, keine weissen Strassen mehr zu fahren. Ein Mischung aus gelb und orange mit mehr orange ist ok. Rot nur wenn es sich nicht vermeiden lässt.

Sonntag, 4. Mai 2008

Sonntag

Mit meiner Magenverstimmung geht es schrittweise besser ;-) Dennoch mache ich heute erst mal einen Tag Pause in Alba Iulia. Natuerlich in der Hoffnung, dass es morgen wieder richtig gut geht, Kraft und Saft in den Beinen ist und ich die Kette wieder rechts legen kann, nicht GANZ links wie die vergangenen zwei Tage.
Hier noch zwei Links zu Seiten ueber Siebenbuergen bzw. das Banat:
Banaterschwaben
Deutsch-Rumaenisches-Forum

Donnerstag, 1. Mai 2008

Unfreiwillige Pause

Dass ich so schnell wieder online sein werde haette ich nicht gedacht. Ich bin hier in Fagaras am Fusse des gewaltigsten Massivs der Karpaten in Rumanien. Unfreiwillig deshalb, weil ich mir gestern den Magen uebel verdorben habe; keine Details - Nahrungszufuhr ist aber momentan nur fluessig moeglich.
Statt nun den ganzen Weg von Baile Herculane hierher zu beschreiben, will ich ein, zwei Tage hervorheben. Nur soviel, im Prinzip bin ich einmal um das Fagaras Massiv rumgefahren und befinde mich nun in Siebenbuergen auf der noerdlichen Seite der Suedkarpaten.
Vor ein paar Tagen habe ich die Transfagaras in Angriff genommen, eine Strasse, die eben dieses Massiv in Nord-Sued-Richtung durchquert. Der Pass liegt dabei von Sueden kommend erst rund 75 KM nach dem Beginn des Anstiegs auf 2040m. Um diese Zeit ist der Pass naturlich geschlossen, das stand auch unten angeschrieben, aber neugierig wie ich bin, wollte ich wissen was geschlossen heisst: ich bin auch in den Alpen schon Passe gefahren, die geschlossen waren, wenn sich der Schnee oben auf den letzten KM beschraenkt - kein Problem. Aber die Transfagaras war und ist ein Biest. Nach etwa 64 KM und auf 1580m Hoehe war Schluss, wirklich Schluss: dichte, hohe Schneewande tuermten sich auf, da war kein Weiterkommen - gut, aber der Weg dorthin war beeindruckend, wild, einsam, aber auch kalt und unwirtlich. Zurueck musste ich auf dem gleichen Weg. Von der anderen Seite, also von hier, Fagaras, aus, sieht es aehnlich aus: das weiss ich von zwei Polen, den ersten Radfahrern, die ich in den 4 Wochen getroffen habe - gut, ich glaube den Versuch von dieser Seite muss ich nicht wagen....wobei hier im Norden faellt das Massiv viel steiler ab, es ware also moeglich. So wie ich mich momentan fuehle ist aber gar nicht moeglich, ausser langsames Gehen, Sitzen und Liegen.
Da es also wie beschrieben "Transfagaras" nicht moeglich war das Massiv zu queren, bin ich einen ebenfalls schoenen, aber dichter befahreneren Weg weiter oestlich gefahren. Da bin ich unter anderem am Dracula Schloss in Bran vorbeigekommen - ein Riesentouristennepp. Aprpos Touristen: seit letztes Wochenende herrscht hier Ausnahmezustand: durch eine wundersame Fuegung war da naemlich Ostern fuer alle in Rumaenien. Man erzaehlte mir, dass das Osterfest alljahrlich "festgelegt" wird, so dass die verschiedenen Religionsgemeinschaften gemeinsam feiern koennen. Ich habe das noch nicht ganz begriffen - egal, Effekt ist: die Woche haben viele Rumanen frei, weil der erste Mai heute ebenfalls Feiertag ist und morgen als Brueckentag gut taugt. Ganz ehrlich hoffe ich, die Rumanen kehren bald zur Arbeit zurueck, die Strassen sind dann viel ruhiger.
Zum weiteren Weg: wenn ich wieder feste Nahrung bei mir behalte, geht es in einem Bogen ueber Hermannstadt nach Timoswara, weiter durch Siebenbuergen. Der Weg, den ich gestern gefahren bin, hat mir dabei schon Appetit (nur im uebertragenen Sinne!) auf mehr gemacht - huegelige Strecken, wunderschoene Taeler, ein bisschen wie das Kraichgau, nicht ganz sooo lieblich...dafuer mit vielen Kirchenburgen, die die Siebenbuerger Sachsen hierher gestellt haben.
So, langer Eintrag, wieder keine Bilder, sorry. Ich versuche noch ein bisschen Fagaras zu verkunden, immerhin der Ort, an dem das Buch, dass ich hier die ganze Zeit gelesen habe spielt: Der gekoepfte Hahn von Eginal Schlattner.