Dienstag, 29. April 2008
Kronstadt
Heute nur ein kurzer Gruss aus Brasov in den Suedkarpaten. Ja, ich bin am Ziel mitten in den Karpaten. Leider kann ich hier nicht so lange schreiben. Das Internet Cafe ist sehr zentral gelegen und ich habe kein gutes Gefuehl mit dem Rad vor der Tuer ausser meiner Sichtweite. Aber die naechsten Tage kommen einige kleiner Staedte auf dem Weg, ich hoffe dann ergibt es sich fuer einen laengeren Bericht.
Mittwoch, 23. April 2008
G'schafft

Nach mehr als 2.500 KM lege ich heute meinen ersten Ruhetag ein, hier im schoen gelegenen Badeort Baile Herculane, Rumänien. Seit dem letzten Blogeintrag ist eine Menge passiert. Der Teil Bosniens, in dem ich vor ein paar Tagen war, war recht anstrengend zu bereisen: zum einen war meine Landkarte wohl noch auf Vorkriegsstand, neuere sind nicht zu haben, die Bevoelkerung war auch meist sehr zurueckhaltend mit Auskuenften. Ich war irgendwie froh, als ich Kroatien wieder erreicht hatte. Zwar ging es dort u. a. durch das vom Krieg arg zerstoerte Vukovar an der Donau, aber ich war raus aus den Bergen, an der Donau, es war warm und ich happy.
Ich fuhr an der Donau entlang nach Ilok, ein sehr bekannter Weinort, ich konnte nicht umhin auch eine Weinkellerfuehrung mitzumachen. Ich muss sagen, ich bin sehr angetan: sehr gute Gewuerztraminer, eher als Desertweine ausgebaut, aber sehr schoen fruchtig. Kroatien als Thema fuer eine Weinprobe sollte man mal ueberlegen.
Anschliessend ging es nach Serbien: ueber Novi Sad an der Donau, nach Titel an der Theiss, durch die Woywodina. Ein sehr fruchtbarer Landstrich, total eben. Die Menschen dort sind mir sehr freundlich begegnet, vielen waren vor dem Krieg in Deutschland.
Seit vorgestern bin ich nun quasi dort angekommen, wo ich hinwollte, in Rumänien, ganz zu den Karpaten vorgedrungen bin ich noch nicht, aber so nahe war ich noch nie dran. Gegenueber den Balkanlaendern, in ich bislang durchfahren habe, scheint es hier auf der einen Seite einfacher auf der anderen schwieriger zu sein. Einfacher, weil die Sprache doch erheblich einfacher zu verstehen und zumindest beim Lesen zu erraten ist, das konnte man bei Yugoslawisch vergessen. Die Versorgungssituation auf dem Rad koennte etwas schweiriger sein: in YU gab es in jeden Kuhdorf einen Laden mit den noetigsten Lebensmitteln. Hier ist das bisher eher duerftig - in manchen Doerfern gibt es einfach nichts, da muss ich ganz anders planen und mehr Vorraete auf dem Rad schleppen.
Aber heute ist ja erst mal Pause angesagt. Baile Herculane ist bestens dafuer geeignet, nicht zu gross bietet es doch alles was ich so brauche an einem Ruehtag, inklusive der Baeder, die es bekannt gemacht haben und die schon 2000 Jahre alt sind. So schliesst sich ein Kreis von Baden-Baden nach Baile Herculane.
Donnerstag, 17. April 2008
Banja Luka, Republic of Srpska

Mitten im Balkan gelandet. Ich bin heute hier in Banja Luka, Bosnien, BiH, eingerollt. Die letzten Tage waren eindrucksvoll und anstrengend. Von Ljubliana bin ich ueber Crnomelj und Josipdol zu den Plittwitzer Seen, Kroatien, geradelt. Danach wollte ich auch mal ans Meer, also raus aus den Bergen ueber Gospic nach Karlobag, etwa 50 KM am Meer entlang und ueber Jasenice wieder in die Berge nach Gracac. Am naechsten Tag ueber eine gruene, hm, also keine offizielle Grenze, nach Kulen Vakuf, BiH. Heute ging es bergig weiter von Bosanksi Petrovac eben hierher nach Banja Luka.
Diese Aufzaehlung zeigt natuerlich nicht welche Eindruecke und Erlebnisse auf meinem Weg lagen. Kroatien bot schon einen Eindruck von den Zerstoerungen des Krieges, zerschossene Haeuser, verlassene Doerfer, Kriegsdenkmaeler an jedem Passuebergang ins naechste Tal. Dazu passte die rauhe Witterung in den Bergen. Die Adria bot hierzu eine willkommene Abwechslung, dort spuert man nichts von alledem. Hier in BiH begegnet einem der Krieg und die Saeuberungen noch mehr, siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Republika_Srpska
Aber es gibt jeden Tag auch lustige Episoden, so gestern der illegale Grenzuebrtritt irgendwo auf einem Waldweg oberhalb von Kulen Vakuf ...
Das Reisen in BiH ist einerseits einfach, viele junge Leute sprechen deutsch, weil sie in D wahrend des Krieges gelebt haben. Auf der anderen Seite ist hier touristisch alles unterbelichtet, was mich nur abends stoert, wenn Zimmer nur sehr spaerlich bis gar nicht zu finden sind, zum Zelten war es die vergangenen Tage noch zu kalt und feucht. Ich hoffe das gibt sich.
Heute geht es nur noch etwa 15 KM weiter, dort soll es eine der wenigen Uebernachtungsmoeglichkeiten geben, da heisst es dann nicht, schau ich mir mal an, sondern alles klar, nehm ich!!!
Sorry, Bilder Upload hat auch hier nicht geklappt...
Samstag, 12. April 2008
Ueber den Alpen
Ich bin heute in Laibach besser bekannt als Lublijana eingelaufen, es regnet, was seit 2,5 Tagen nichts Neues ist - Adria-Tief heisst das hier. Was geschah in den letzten Tagen. Viel!! Nachdem der Rahmen wieder heil war, fuhr ich noch am selben Abend bis Lavant, ich musste Lienz endlich verlassen, das Rumsitzen hat mich ganz verrueckt gemacht.
Am naechsten Tag ging es bei gutem Wetter ueber die Alpen: Gailbergsattel, Ploeckenpass und schliesslich ueber den Passo Predil (Predelpass) nach Slowenien. Kaum war Slowenien erreicht fing es an zu regnen und bis auf wenige regenfreie Stunden hat sich daran nichts geaendert; aber so ist der April eben ;-)
Dennoch war es nicht weniger spannend: gestern morgen beispielsweise habe ich mit total betrunkenen (erste Biere und Schnaepse beim Fruehstueck wurden ohne mit der Wimper zu zucken weggekippt...) Schafhirten beim morgendlichen Stallausmisten geholfen - atmosphaerisch ueberwaeltigend; da die Trinkerei echt ein bisschen heftig wurde, beschloss ich gegen Mittag mich doch noch aufs Rad zu schwingen und ein paar Kilometer im Regen zu versuchen - nachdem ich mich mal dran gewoehnt hatte, war es auch kein Problem mehr. Am Schlimmsten ist der erste KM, dann realisiert man, dass es zu nass keine Steigerung gibt und pedaliert weiter, alle 2 Stunden beglueckt man ein Cafe mit seiner tropfenden Anwesenheit und sorgt fuer Gespraechsstoff an der Bar.
Es ist nicht alles grau: gestern abend hatte ich z. B. wie immer am Freitagabend meine 3 Saunagaenge einlegen koennen, denn der "Bauernhof", auf dem ich naechtigte hatte gerade einen kraeftigen Upgrade bekommen und ich musste die Sauna unbedingt testen.
Heute wie gesagt Lublijana, seit alters her eine Durchgangsstadt, auch fuer mich. Ab morgen geht es richtig gen Osten: Karlovac, dann weiter Richtung Winnetou-Land (Plittwitzer Seen) und in die Kraijina.
Ich habe mich ueber die Kommentare gefreut und werde versuchen auch zu antworten. Keep on blogging. Ich hoffe, dass ich auch bald ein paar Bilder hochladen kann, aber das ist eben nicht ganz so einfach, schreiben dagegen schon.
Am naechsten Tag ging es bei gutem Wetter ueber die Alpen: Gailbergsattel, Ploeckenpass und schliesslich ueber den Passo Predil (Predelpass) nach Slowenien. Kaum war Slowenien erreicht fing es an zu regnen und bis auf wenige regenfreie Stunden hat sich daran nichts geaendert; aber so ist der April eben ;-)
Dennoch war es nicht weniger spannend: gestern morgen beispielsweise habe ich mit total betrunkenen (erste Biere und Schnaepse beim Fruehstueck wurden ohne mit der Wimper zu zucken weggekippt...) Schafhirten beim morgendlichen Stallausmisten geholfen - atmosphaerisch ueberwaeltigend; da die Trinkerei echt ein bisschen heftig wurde, beschloss ich gegen Mittag mich doch noch aufs Rad zu schwingen und ein paar Kilometer im Regen zu versuchen - nachdem ich mich mal dran gewoehnt hatte, war es auch kein Problem mehr. Am Schlimmsten ist der erste KM, dann realisiert man, dass es zu nass keine Steigerung gibt und pedaliert weiter, alle 2 Stunden beglueckt man ein Cafe mit seiner tropfenden Anwesenheit und sorgt fuer Gespraechsstoff an der Bar.
Es ist nicht alles grau: gestern abend hatte ich z. B. wie immer am Freitagabend meine 3 Saunagaenge einlegen koennen, denn der "Bauernhof", auf dem ich naechtigte hatte gerade einen kraeftigen Upgrade bekommen und ich musste die Sauna unbedingt testen.
Heute wie gesagt Lublijana, seit alters her eine Durchgangsstadt, auch fuer mich. Ab morgen geht es richtig gen Osten: Karlovac, dann weiter Richtung Winnetou-Land (Plittwitzer Seen) und in die Kraijina.
Ich habe mich ueber die Kommentare gefreut und werde versuchen auch zu antworten. Keep on blogging. Ich hoffe, dass ich auch bald ein paar Bilder hochladen kann, aber das ist eben nicht ganz so einfach, schreiben dagegen schon.
Mittwoch, 9. April 2008
Rahmenbruch


Ja, Rahmenbruch, kein Scherz! Das aufwendig restaurierte Cannondale Beast of the East erlitt gestern 10KM unterhalb des Felbergtauerntunnels auf der Abfahrt nach Matrei in Osttirol einen RAHMENBRUCH. Hinten Zahnkranzseite in der Nähe des Ausfallendes... Tja, fühlt sich dann merkwürdig weich an, wenn man mit gebrochenem Rahmen weiterfahren muss. Bis Matrei habe ich es noch geschafft, dann ging es im Postbus nach Lienz. Hier bin ich nun dabei nach einer Lösung zu suchen: der erste Radhändler wollte mir schnell ein ganz neues Rad verkaufen; beim zweiten, Gernot, einem echten Schrauber, habe ich gestern Stunden verbracht, in denen wir nach einer Lösung gesucht haben: er wollte die Komponenten auf einen anderen Rahmen umschrauben, schließlich sind wir an den Cannondale Besonderheiten (Gabelschaftdurchmesser) gescheitert. Nun ist das Rad beim Wasserwerk. Kein Witz: die verstehen da was vom Alu-Schweißen und wollen nun alles versuchen...
Heute sitze ich hier erst mal fest, die haben nicht gerade drauf gewartet meinen Rahmen zu reparieren. Ich habe natürlich einige Bedenken, ob die Konstruktion hält zumal ja noch ein paar Kilometerchen vor mir liegen. Was, wenn der Bock mir in Rumänien unterm Hintern wegbricht??? Ein wirklich vernünftiges Reiserad bekommt man hier aber auch nicht aus dem Hut gezaubert, verflixte Situation. Aber nun schau ich eben mal. Ich habe zumindest heute viel Zeit zum Bloggen, Lienz Anschauen und Relaxen, wobei letzteres nach den beiden eher kurzen Etappen (einmal wegen Schnee, einmal wegen eben dem Rahmenbruch) nicht notwendig ist.
Montag, 7. April 2008
In den Alpen


He, warum hat mir niemand gesagt, dass vor den Karpaten die Alpen kommen...;-)
Ok, ich hätte nicht diesen Weg wählen müssen: von KA ging es über den Schwarzwald (Rothaus Brauerei!!!), Schaffhausen, Bodensee, Losenpaß, Riedbergpaß, Oberjoch, Tannheimer Tal, Reutte, Wallgau, Achensee hierher nach Zell am Ziller. Puuuh. Das Wetter war teilweise extrem; letzte Nacht hat es in Achensee gut 30cm Neuschnee gegeben, jetzt scheint die Sonne, April in den Alpen eben. Aber das passt schon, ich gewöhne mich an den Radfahrrhythmus, fahre langsam wenn es schlecht Wetter ist und nehme mir mehr vor an schönen Tagen. Ein solcher soll morgen werden: ich fahre den Gerlospaß nach Mittersill und dann über die Felbertauernstrasse nach Lienz. Dann ist es nur noch ein Sprung über den Wurzen und ich bin in Slowenien. Die Alpen sind schön, aber im April auch sehr hart...
Gedanklich habe ich schon beachtlichen Abstand zwischen mich und den Alltag gebracht und ich bin nicht mal eine Woche unterwegs: ich genieße jeden Tag draußen zu sein, die meisten Menschen begegnen mir freundlich, wenn auch verwundert über den frühen Alpenüberquerer.
Dienstag, 1. April 2008
...jetzt aber
Da ich den gestrigen Montag mit der Regelung meines österlichen "Fahrrad-Hunde-Unfalls" verbringen durfte, geht es nun erst morgen los. Ein Tag früher oder später spielt bei 180 Tagen Auszeit nicht so die Rolle.
Die Taschen sind alle gepackt, morgen früh nach dem Frühstück steige ich auf das Rad und fahre los, gen Süden in den Schwarzwald. Neues erstes Ziel ist nun der Brandenkopf, eine Erhebung im mittleren Schwarzwald, oberhalb des Harmersbacher Tals. Dem F-Team ist der Berg sehr vertraut: hier wurde die eine oder andere Attacke gefahren...., hm, Marco, kannst du noch mal die Geschichte erzählten, wie du damals am Mähdräscher vorbei angegriffen hast, F-lori die warmen Mahlzeiten dort oben verpasst hat und später DIE Andrea Berg da war...
Morgen wird an diesem Berg ein neues Kapitel Radfahrgeschichte geschrieben.
Die Taschen sind alle gepackt, morgen früh nach dem Frühstück steige ich auf das Rad und fahre los, gen Süden in den Schwarzwald. Neues erstes Ziel ist nun der Brandenkopf, eine Erhebung im mittleren Schwarzwald, oberhalb des Harmersbacher Tals. Dem F-Team ist der Berg sehr vertraut: hier wurde die eine oder andere Attacke gefahren...., hm, Marco, kannst du noch mal die Geschichte erzählten, wie du damals am Mähdräscher vorbei angegriffen hast, F-lori die warmen Mahlzeiten dort oben verpasst hat und später DIE Andrea Berg da war...
Morgen wird an diesem Berg ein neues Kapitel Radfahrgeschichte geschrieben.
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